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So erlebten Passagiere die Havarie in Duisburg
"Plötzlich hat es rumms gemacht"

Duisburg: Hotelschiff Swiss Crystal rammt Brückenpfeiler auf dem Rhein
Ein Passagierschiff ist auf dem Rhein gegen einen Pfeiler der A42-Brücke in Duisburg geprallt. 25 Personen wurden dabei verletzt. Zwar sind alle 102 Passagiere nicht mehr an Bord, manche müssen das Erlebte jedoch erst verarbeiten. Von Christian Schwerdtfeger, Sabine Kricke und Christina Rentmeister (Fotos), Duisburg

An Bord der "Swiss Crystal", einem Hotelschiff einer Rederei aus den Benelux-Staaten, waren am Dienstagabend 129 Menschen: 102 Gäste, zwei Reiseleiter und 25 Crew-Mitglieder. Das Schiff prallte aus bislang ungeklärter Ursache gegen einen Brückenpfeiler der A42 bei Duisburg. Die Autobahnbrücke ist vorerst gesperrt. Aktuell prüfen Statiker den Zustand der Brücke.

Die Passagiere befanden sich seit dem 22. Dezember auf einer Rundreise und steuerten zu dem Zeitpunkt den Start- und Zielhafen im niederländischen Arnhem an. Mit der Kollision mit dem Brückenpfeiler endete diese Reise nun jäh.

Bilder: Havarie auf dem Rhein bei Duisburg FOTO: dpa, mku hjb

Auch für ein Paar aus den Niederlanden war die Schiffsfahrt somit zuende: "Das kann man nicht beschreiben, das muss man erlebt haben", sagen der 77-jährige Arri und seine Frau am Morgen nach dem Unglück. Zum Zeitpunkt des Aufpralls befand sich das Rentner-Paar in ihrer Kabine. "Wir waren gerade dabei, unsere Sachen zu packen", sagt der 77-Jährige. Dann habe es einen lauten Knall gegeben. Dabei sei er gestürzt und habe sich an der Hand verletzt. "Die ist vermutlich verstaucht", sagt Arri. Gemeinsam mit den anderen Fahrgästen wurde das Paar mit einem Bus nach Holland gebracht.

Ein 66-jähriger Niederländer befand sich zum Zeitpunkt des Aufpralls an Deck. "Ich stand mit dem Rücken zur Brücke und plötzlich hat es rumms gemacht", sagt er. Auch er wurde am Arm verletzt. "Vermutlich ist es ein Haarriss", sagt er. Der 66-Jährige wurde im Krankenhaus in Duisburg behandelt und ist bereits auf dem Weg zurück nach Holland.

Nach Informationen unserer Redaktion waren überwiegend Fahrgäste aus den Niederlanden an Bord. Die meisten Gäste befinden sich noch auf einem zweiten Schiff der Reederei. Das hatte noch am Abend die Fahrgäste von dem havarierten Schiff übernommen und sie zur nahegelegenen Mühlenweide gebracht. Das havarierte Schiff wurde frei geschleppt und ebenfalls zur Mühlenweide nahe des Duisburger Hafens gebracht. 

 
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