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Erkelenz
"D'r Zoch" wird nicht nachgeholt

Erkelenz: "D'r Zoch" wird nicht nachgeholt
FOTO: Jürgen Laaser (Archiv)
Erkelenz. Der Vorstand der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft von 1832 hat entschieden, den wegen der amtlichen Sturmwarnung am 8. Februar abgesagten Rosenmontagszug nicht neu anzusetzen. Besonders im Internet wurde darauf heftig reagiert. Von Anke Backhaus

Die Entscheidung ist gefallen: Erkelenz wird keinen verspäteten Rosenmontagszug bekommen. Das hat der Vorstand der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft von 1832 in seiner Sitzung am Dienstagabend so beschlossen.

Läutet das Prinzenfrühstück im Alten Rathaus am Morgen des Rosenmontags den Sessionshöhepunkt für jedes blau-weiße EKG-Prinzenpaar ein, so war schon zu diesem Zeitpunkt am 8. Februar die Stimmung bei Prinz Michael I. (Dilkrath) und Prinzessin Ute I. (Mackenstein) nicht nur einfach gedrückt, verständlicherweise flossen auch Tränen. Kurz vorher nämlich hatte der EKG-Vorstand die schwierige Aufgabe, darüber zu befinden, ob der Rosenmontagszug stattfinden kann oder nicht, schließlich war bereits Tage vorher von Stürmen die Rede, die nicht nur über Erkelenz hinwegfegen würden am Tag der Tage für die Karnevalisten.

"Um 9.30 Uhr am Rosenmontag war's uns dann schlagartig klar, dass der Zug nicht ziehen wird", sagte gestern die Prinzessin, die zugleich die Geschäftsführerin der EKG ist und somit ebenfalls an der Entscheidung beteiligt war. Gefasst war das Prinzenpaar dann beim Prinzenfrühstück in der guten Stube der Stadt Erkelenz. Ute Mackenstein: "Bei mir flossen natürlich die Tränen, beim Prinzen war die Luft raus. Klar - es sollte der krönende Abschluss unserer Session werden." Zu diesem Zeitpunkt hoffte man allerdings noch auf einen Ersatztermin.

Die Geschäftsführerin sagt zu den Gründen: "Da greifen viele Räder ineinander. Wir hätten erneut das Sicherheitskonzept benötigt, hier sprechen wir über einen fünfstelligen Betrag. Man muss sehen, dass für die Security trotz des ausgefallenen Zuges am 8. Februar dennoch Kosten angefallen waren, denn das Sicherheitspersonal hatte ja schon früh mit der Arbeit begonnen an diesem Tag." Und dann gebe es eben die vielen Zugteilnehmer, die ihre Motivwagen bereits zurückgebaut haben und denen auch die Zugmaschinen fehlen.

In der Presseinformation der EKG teilte Franz Rick, der zweite stellvertretende Vorsitzende, gestern außerdem mit: "Um einen Karnevalszug zu veranstalten, bedarf es vieler Genehmigungen und helfender Hände, die zu koordinieren sind. Insbesondere sind dies die Stadt Erkelenz, die Polizei, das THW, das DRK, private Security-Unternehmen, Verleiher von Absperrgittern, Müllentsorger und Caterer."

Die Erkelenzer Karnevalsgesellschaft hatte recht schnell den 6. März als Nachholtermin bevorzugt. Rick weiter: "Bereits am Dienstag nach Rosenmontag wurden erste Gespräche im Hinblick auf eine Nachholung des Zuges geführt. Dabei haben wir als Traditionsverein, der sich auch der christlichen Kirche verbunden fühlt, als Nachholtermin zunächst den Mittfastensonntag am 6. März präferiert." Im Verlauf der Gespräche mit allen Beteiligten habe sich dann jedoch gezeigt, dass weder zu diesem Wunschtermin, noch in zeitlicher Nähe ein Termin gefunden werden könne.

Im sozialen Netzwerk Facebook wurde gestern Nachmittag heftig auf die Absage des Zuges reagiert. Auf der Seite der Erkelenzer Karnevalsgesellschaft trafen die Kommentare blitzschnell im Minutentakt ein - die meisten äußerten (mehr oder weniger sachlich) ihr großes Unverständnis, nur wenige User hatten Verständnis dafür, dass die EKG nun gegen eine Neuansetzung des traditionellen Erkelenzer Rosenmontagszuges entschieden hat.

Bleibt noch eine ganz banale Frage: Die EKG und allen voran das Prinzenpaar hatten die schmucken blau-weißen Wagen bereits randvoll mit Kamelle beladen. Was passiert eigentlich damit? Die Prinzessin sagte gestern im Gespräch mit unserer Redaktion dazu: "In den nächsten Tagen wird entschieden, was mit dem Wurfmaterial, das nur bedingt haltbar ist, geschehen soll." So schnell wie möglich soll das Wurfmaterial nämlich sinnvoll verteilt werden.

Quelle: RP
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