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Erkrath
Erkrather Chöre begrüßen den Frühling

Erkrath: Erkrather Chöre begrüßen den Frühling
Der MGV Sängerbund und der Frauenchor Erkrath gaben in der Stadthalle ein Frühlingskonzert. FOTO: Dietrich Janicki
Erkrath. Bariton James Tolksdorf eroberte die Zuschauerherzen. Er war für Dirk Aleschus eingesprungen. Von Gundel Seibel

Beeindruckendes zuerst: Das Frühlingskonzert der Chöre MGV Sängerbund und Frauenchor Erkrath in der Stadthalle zeigte mit den gemeinsamen Liedvorträgen wie einem Frühlingslieder-Potpourri oder dem Chorgesang aus Zar und Zimmermann eine neue Chor-Symbiose von zwei Chören unter einer Dirigentin. Die Chorleiterin beider Chöre, Elisabeth Fleger, hat es geschafft, die Frauen- und Männerstimmen stimmlich eindrucksvoll zu vereinen. Männer und Frauen sangen gleich gut. Die Volkslieder-Arrangements waren witzig und spritzig. Das Stadthallen-Publikum war begeistert.

Musikalisch bei jedem Konzert an die Hand genommen werden die Chorsänger von Mathias Baumeister am Klavier, dem hervorragend restaurierten Steinway-Flügel der Stadthalle. Baumeister ist der Alleskönner, der sich selbst bei den Chorkonzerten zurücknimmt. Herausragend waren die Lieder- und Arien-Vorträge von James Tolksdorf, Bariton, der kurzfristig für den verhinderten Dirk Aleschus eingesprungen war. Da kam ein starker Bariton und charmanter wie temperamentvoller Schauspieler zum ersten Mal nach Erkrath und eroberte die Zuschauerherzen sofort. Er sang aus Anatevka, Oklahoma und aus Porgy and Bess. Begleitet am Klavier wurde er von Dagmar Thelen.

Und zusammen mit den Chören trug er die unterhaltsame Kantatenschule, ebenfalls aus Zar und Zimmermann, vor. Zuhause ist James Tolksdorf am Landestheater in Detmold und gefragt ist seine Stimme von Leipzig bis Berlin. Der berühmte Sänger Simon Estes zählt zu seinen Förderern zu Beginn seiner Karriere und schickte ihn zur Ausbildung nach New York.

Die jungen Sängerinnen Linda Hergarten (Sopran) und Anja Kullmer (Alt), die gerade ihre Masterprüfungen an der Musikhochschule Düsseldorf vorbereiten, verwöhnten das Publikum mit ihren wunderbaren Stimmen, mit ihrer unbekümmerten Bühnenpräsenz sowie mit ihrer dann wieder bescheidenen Eingliederung in den Chorgesang der Erkrather Chöre.

Verspielt und vergnügt sangen die jungen Frauen unter anderem das Katzenduett von Gioachino Rossini. Und dann später, anspruchs- und eindrucksvoll, den Sommernachtstraum von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Dazu tanzten die achtjährigen Elfen Carolina und Mareile von der Musikschule Graf niedliche Zaubertänze.

Viele Vertreter von befreundeten Chören in Erkrath und Düsseldorf waren zum Frühlingskonzert in die Stadthalle gekommen, denn die Erkrather Chöre haben sich beim Chorverband und anderen Sängern einen guten Ruf ersungen. So war auch das japanische Ehepaar Tanaka unter den begeisterten Zuhörern. Als die Zuhörer von der Moderatorin und Vorsitzenden des Frauenchors Erkrath, Monika Krüger, aufgefordert wurden, ein Mailied mit anzustimmen (und es im Saal dunkel blieb) sang Kuniko Tanaka das deutsche Volkslied auswendig. "Das haben wir in der Grundschule gelernt", sagt sie.

Quelle: RP
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