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Straelen
Ärger um Berghsweg-Unterkunft

Straelen. Die Stadt Straelen möchte 48 Asylsuchende in solchen Mobilheimen unterbringen. Die Anwohner sind nicht begeistert. Sie wollen eine Verlagerung oder Aufteilung. Von Michael Klatt

Der Gesprächsbedarf war groß - und die Kritik nicht minder. Fast drei Stunden dauerte der Informationsabend, bei dem die Straelener Stadtverwaltung ihre Planungen für die Unterbringung von weiteren Asylsuchenden vorstellte. Für sie sollen laut Ratsbeschluss am Berghsweg Mobilheime aus Holz aufgestellt werden. Außerdem werden in den erst im vorigen Jahr eröffneten Unterkünften Sanger Weg 7 und Riether Straße 32 die Dachgeschosse ausgebaut werden.

Nur so sieht die Stadt sich in der Lage, ihre Unterbringungsverpflichtungen zu erfüllen. Bisher sei die Situation relativ entspannt gewesen, erklärte Sozialdezernent Christian Hinkelmann den Anwohnern des Berghswegs, die den kleinen Sitzungssaal des Rathauses füllten. Das lag daran, dass Straelen die Personen in den beiden Landeseinrichtungen in Rieth und am Oberweg, insgesamt 250, angerechnet wurden. Doch diese beiden Einrichtungen sind geschlossen, weshalb die Stadt mit weiteren Zuweisungen rechnet.

Hinkelmann: "Nach jetzigem Stand haben wir im September 55 Plätze zu wenig." Jeweils zehn Plätze sollen durch den Dachgeschossausbau entstehen. Die Mobilheime am Berghsweg brächten weitere 48 Plätze.

Es handelt sich um Häuser in Holzrahmenbauweise, ähnlich denen in manchen Campingparks. Sie sollen in zwei Blöcken zu je vier Modulen angeordnet werden. Acht Wohneinheiten für je sechs Personen gibt es auf einer Gesamtwohnfläche von 300 Quadratmetern. Hinzu kommen unter anderem ein Technikgebäude im vorderen Bereich des Geländes, in dem auch ein Büro für einen Betreuer untergebracht werden soll. Dazu sind weiterhin Außen- und Spielbereiche vorgesehen. "Ohne Zäune, denn wir wollen keine Lageratmosphäre", betonte Hinkelmann. Die Mobilheime sollen ab August oder September für die Dauer von drei Jahren genutzt werden.

Einer von vielen Punkten, der bei den Zuhörern für Skepsis und Kritik sorgte. Auf den Einwand eines Bürgers, dass es wohl nicht bei den drei Jahren bleiben dürfte, verwies Bürgermeister Hans-Josef Linßen auf das geltende Baurecht. "Die Baugenehmigung ist auf drei Jahre befristet."

Für mehr Empörung sorgte freilich der Umstand, dass die Anwohner durch den Ratsbeschluss vor vollendete Tatsachen gestellt wurden. "Warum hat man uns nicht vorher gefragt?", brachte jemand die Vorwürfe auf den Punkt. Sorgen um die Sicherheit der zum Bolzplatz gehenden Kinder und über den Wertverlust der Immobilien wurden geäußert. Und wenn es durch die dezentrale Unterbringung bisher nicht zur Ghettobildung gekommen sei, so drohe gerade das durch die Ballung von 48 Personen an einem Ort.

Rolf Stöcker vom Ordnungsamt und Bettina Urbanski vom Caritas-Verband bestritten nicht, dass es Probleme geben könne. Doch sie zeigten sich zuversichtlich, dass sie, wie bisher auch, bewältigt werden könnten. Und zwar durch die Hauptamtlichen bei der Stadt, durch die Ehrenamtlichen vom Arbeitskreis Asyl und durch die Mitarbeiter der Caritas. Sie appellierten auch an die Anwohner, ehrenamtlich tätig zu werden.

Neben Fundamentalkritik kamen von den Zuhörern auch Änderungsvorschläge. Einer ging dahin, den bereits befestigten und nicht mehr so oft bespielten Hockeyplatz als Standort zu nutzen. Das würde die Lage entzerren, die Mobilheime von der Siedlung wegrücken. Bürgermeister Linßen versprach eine Prüfung, ob diese Variante bautechnisch machbar sei.

Eine weitere Anregung zielte darauf, die Mobilheime aufzuteilen. 24 Asylsuchende sollten am Berghsweg wohnen, die übrigen 24 an einer anderen Stelle, zum Beispiel auf der großen leeren Fläche an der Großmarktstraße.

Quelle: RP
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