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Geldern
SPD: Weg in Walbeck soll "Walter-Kolb-Straße" heißen

Geldern. Die SPD schlägt vor, eine neue Straße in Walbeck nach Walter Kolb zu benennen. Dabei geht es um die geplante Erschließungsstraße, die ein kleines Stück nördlich der Boursstraße in westliche Richtung von der Hochstraße abgehen soll. Damit will die SPD daran erinnern, dass Kolb mit Walbeck verbunden ist: "In der Zeit um 1928 war er kommissarischer Bürgermeister von Walbeck", begründen die Sozialdemokraten.

Walter Kolb lebte von 1902 bis 1956. Er sei "in den 20er- und 30-er Jahren als Kämpfer für Demokratie und gegen den Antisemitismus einer der politisch profilierten Köpfe im Deutschen Reich" gewesen.

Im Amt Walbeck und im Landratsamt Geldern habe er erste kommunalpolitische Erfahrungen gesammelt. Nach der Machtübernahme der NSDAP sei Kolb, "der aufrechte Demokrat", vorübergebend inhaftiert worden, erläutert die SPD weiter. 1944 wurde er mit dem Attentat auf Hitler in Verbindung gebracht und verhaftet, obwohl es keine Verbindung zwischen ihm und den Attentätern gegeben habe. 1945 floh er aus einem Gefangenentransport und tauchte bis zum Kriegsende unter.

In der jungen Bundesrepublik sei er später einer der profiliertesten Kommunalpolitiker geworden, unter anderem erster frei gewählter Oberbürgermeister in Frankfurt am Main, erinnern die Sozialdemokraten.

Außerdem wurde er Vorsitzender des Deutschen Turnerbundes, woran die Auszeichnung "Walter-Kolb-Plakette" erinnere.

"Dass diese seinerzeit über alle Parteigrenzen hinweg geachtete Persönlichkeit einen direkten, wenn auch zeitlich begrenzten Bezug zu unserer Stadt Geldern und dem ehemaligen Amt Walbeck hat, ist weitgehend in Vergessenheit geraten", bemängelt die SPD. Indem man eine Straße nach ihm benenne, könne man Geschichte erlebbar machen.

Quelle: RP
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