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Tischtennis
Der Abschied aus dem Favoritenkreis

Tischtennis: Der Abschied aus dem Favoritenkreis
Eingespieltes Doppel: Maik Lehwald (links) ist nach seiner hervorragenden Bilanz aus der Vorsaison die neue Nummer eins des Landesligisten TTC Geldern-Veert. Stefan Piwkowski soll im unteren Paarkreuz die Kohlen aus dem Feuer holen. FOTO: Markus van Offern
Geldern. In der vergangenen Saison verpasste der TTC Geldern-Veert in einem Herzschlag-Finale den Aufstieg in die Tischtennis-Verbandsliga. Nach dem Abgang von Spitzenspieler Jürgen Zeimetz sind bescheidenere Ziele angesagt. Von Volker Himmelberg

Eugen Brück bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Doch am 8. April hielt es den Vorsitzenden des TTC Geldern-Veert und begeisterten Tischtennis-Fan nicht mehr in der Halle. An jenem Samstag trat die erste Herren-Mannschaft des Vereins zum Fernduell mit Grün-Weiß Flüren um die Landesliga-Meisterschaft an - und verspielte prompt mit einer 7:9-Niederlage gegen den VfL Rhede den Titel. "Da lagen bei allen Beteiligten die Nerven blank. Ich musste einfach die Halle verlassen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe", erinnert sich Brück. Das Ende ist bekannt: Der Rivale aus Wesel gab sich beim Absteiger Union Kevelaer-Wetten keine Blöße und schlägt künftig in der Verbandsliga auf.

Damit war die Leidenszeit der Gelderner Tischtennis-Cracks allerdings noch lange nicht vorbei. Der Vizemeister steckte schon mitten in den Vorbereitungen auf die Relegation zur Verbandsliga, als Spitzenspieler Jürgen Zeimetz eine erfreuliche Nachricht erhielt, die allerdings für die Mannschaft einer Hiobsbotschaft gleichkam. Die unumstrittene Nummer eins erhielt ein berufliches Angebot aus dem heimischen Saarland - für den TTC Geldern war der Traum von der Tischtennis-Verbandsliga damit endgültig geplatzt.

"Die Jungs hatten für den Fall, dass es doch noch mit dem Aufstieg geklappt hätte, sogar schon Kontakt zu einem weiteren Spitzenspieler aufgenommen. Doch als der Abschied von Jürgen Zeimetz feststand, war die Aufbruchstimmung verflogen", sagt Brück. Während Zeimetz jetzt in der Oberliga Südwest für den ATSV Saarbrücken aufschlägt, backen seine früheren Mannschaftskameraden kleinere Brötchen.

"Mit dem Aufstieg werden wir diesmal wohl nichts zu tun haben. Ich denke, dass ein Platz im gesicherten Mittelfeld eine realistische Zielsetzung ist", erklärt der TTC-Vorsitzende. Dem amtierenden Vizemeister droht gar ein Fehlstart in die neue Saison. Erstmals ist das Team am 9. September beim VfL Rhede gefordert - und im Vorfeld spricht rein gar nichts dafür, dass die offene Rechnung vom April beglichen werden kann. Zumal zwei Leistungsträger den Auftritt im Münsterland verpassen dürften. Kapitän Jürgen Voss plagt sich mit einem (Tisch-)Tennisarm herum. Und Andreas Dittrich, der in der Hinrunde mit Aufrücker Maik Lehwald das obere Paarkreuz bilden soll, ist wegen einer Leistenverletzung außer Gefecht.

Neu im Team ist Rolf Biermann, der zuletzt für den Landesligisten SC Blau-Weiß Mülhausen im Einsatz war. Der Routinier ist im Gelderland kein Unbekannter - zu seinen besten Zeiten stand Biermann für den SV Walbeck in der Oberliga an der Platte. Stefan Piwkowski und Achim op de Hipt komplettieren die Gelderner Auswahl - beide sollen so oft wie möglich im unteren Paarkreuz die Kohlen aus dem Feuer holen. Wegen der genannten Verletzungsprobleme hat die Gelderländer Nummer eins in Sachen Herren-Tischtennis sogar den für kommenden Samstag vorgesehenen Saisonstart verschoben. Nach Absprache mit dem Weseler TV - beide Vereine sind schon seit vielen Jahren freundschaftlich verbunden - findet das erste Heimspiel in der Turnhalle an der Anne-Frank-Straße jetzt erst am Freitag, 15. September, statt.

Die Gelderner Damen-Auswahl, die den "Betriebsunfall Bezirksliga-Abstieg" umgehend repariert hat, feiert am kommenden Sonntag ihr Verbandsliga-Comeback. Dabei steht die Mannschaft, die unverändert in der Besetzung Katja Jansen, Sandra Ehren, Annemarie Falkowski und Monika op de Hipt an den Start geht, zunächst vor einer fast unlösbaren Aufgabe. Der Neuling tritt ab 11 Uhr beim Topfavoriten PSV Kamp-Lintfort an, der sich mit der Japanerin Ildiko Imamura verstärkt hat. Eugen Brück: "Wenn die Mannschaft aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat, dürfte es eine sorgenfreie Saison geben."

Quelle: RP
 
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