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Issum
Vorster Feld: Bald wird hier Strom "geerntet"

Issum: Vorster Feld: Bald wird hier Strom "geerntet"
Der Vorstand der Bürgerenergie Issum vorm im Bau befindlichen Windrad: Alfred Soppe, Peter Schwengler, Gregor Breidenstein und Werner Soika (v.l.). FOTO: seyb
Issum. Der Windpark bei Sevelen wächst: Vier Anlagen entstehen dort. Der Vorstand der Bürgerenergie Issum berichtet zufrieden vom Stand des Projektes, das am Ende der ganzen Gemeinde zugute kommen soll. Von Sina Zehrfeld

Wer am Fuße des stumpf aufragenden, im Bau befindlichen Windrad-Turmes steht und empor blickt, der könnte meinen, er wäre krumm. Das ist eine optische Täuschung: Die Höhe und die Perspektive narren das Auge. In dieser Woche noch soll der Beton-Teil der ersten Anlage fertig werden, darauf kommen noch 50 Meter Stahlkonstruktion, dann die Rotoren. So entstehen nach und nach vier Windkraftanlagen im Vorster Feld zwischen Sevelen und Hartefeld: der Windpark der Genossenschaft Bürgerenergie Issum.

Der Vorstand berichtet zufrieden über die Baufortschritte. Anfang Februar 2018 könnte das erste Windrad Strom liefern: "Alle vier Anlagen sollen im ersten Quartal in Betrieb gehen", erklärt Werner Soika von der Genossenschaft. Es sieht gut aus für den Zeitplan: "Jetzt sind wir mittendrin, jetzt läuft's."

Das dürfte auch die 435 Mitglieder der Genossenschaft freuen. Denn das sei das Besondere an diesem Windpark, erklärt Soika: "Dass dies Wertschöpfung den Issumern zugutekommt." Die Windräder gehören niemandem sonst: "Wir bauen die selber, wir betreiben die selber, und keine andere Firma wird sich irgendwas von den Gewinnen abknapsen."

Mitglieder der Genossenschaft sind ausschließlich Privatleute aus der Nachbarschaft, keine Unternehmen. "80 Prozent unseres Genossenschaftskapitals kommt aus Issum", erläutert Soika. Die übrigen Beteiligten sind Bürger der direkt angrenzenden Gemeinden.

Durch die Gewerbesteuern soll zudem die ganze Gemeinde Issum profitieren: "Das wird im sechsstelligen Bereich liegen", meint Soikas Vorstandskollege Peter Schwengler. Und nicht zuletzt sollen 1,5 Prozent der Einnahmen später für gute Zwecke ausgegeben werden. "Da wird eine unabhängige Stiftung gegründet, die soziale Projekte in großem Umfang fördern wird", so Soika.

Die Stadtwerke Geldern haben wie berichtet gegen den Bau protestiert, weil der Windpark im Wasserschutzgebiet entsteht. Aber man habe den Umweltschutz immer im Auge gehabt, betonen die Issumer.

Der Anlagentyp enthalte besonders wenige Schadstoffe. Die Baustellen sind mit Naturstein ausgestreut, der keine Schadstoffe freisetzt. Und das Umspannwerk wurde extra außerhalb der Wasserschutzzone in der Sevelschen Heide gebaut. "Da verzichten wir lieber auf ein paar Euro und verhalten uns so, dass wir möglichst wenig andere beeinflussen", sagt Peter Schwengler.

Um Verständnis bittet Alfred Soppe, ebenfalls vom Vorstand der Genossenschaft, für Einschränkungen während der Bauphase. "Was man am wenigsten will, ist ein Unfall auf der Baustelle. Deswegen werden hier und dort mal Wege gesperrt", sagt er. Aber im Frühjahr soll es damit ja vorbei sein.

Quelle: RP
 
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