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Goch
Pater Roberto willkommen geheißen

Goch: Pater Roberto willkommen geheißen
Pater Roberto Alda wurde gestern mit einer großes Einführungsmesse in Goch willkommen geheißen, hinter ihm Messdiener. FOTO: Gottfried Evers
Goch. Die Pfarrgemeinde St. Arnold Janssen hat einen neuen Pastor: Gestern fand in der Maria-Magdalena-Kirche die fast zweistündige Einführungsmesse für Pater Roberto Alda statt, der die seit 15 Monaten vakante Pfarrstelle übernimmt. Von Anja Settnik

Selbst, wer sich nicht die Zeit nahm, im Anschluss an die Festmesse noch den Empfang im Pfarrheim zu besuchen, war gut informiert: In einer ungewöhnlich persönlichen Predigt stellte sich Pater Roberto Aldo von den Steyler Missionaren seiner neuen Gemeinde vor. Der Mittvierziger, der von den Philippinen stammt, holte alle geweihten Menschen, die derzeit in Goch und der Nachbarschaft im katholischen Dienst aktiv sind, an den Altar, ließ aber keinen Zweifel daran, dass ihm die Ehrenamtler in der Gemeinde ebenso wichtig sind. Bei aller Verehrung für den Ordensgründer Arnold Janssen, der bekanntlich aus sehr frommem Elternhaus stammt: Pater Roberto ist es gewohnt, auch mit weniger aktiven Kirchgängern umzugehen. Denn davon, dass er Missionar werden würde, war in seiner Kindheit nicht auszugehen.

"Ich stamme aus einer Familie von Seeleuten. Mein Opa war Kapitän, mein Vater auch, meine Brüder sind Schiffsbauingenieure. Auch ich wollte zur See fahren, aber dann kam die Begegnung mit diesem Jesus." Den Eltern sei das gar nicht recht gewesen, sie hätten ihn gewarnt, gefragt: "Was bringt Dir das? Du wirst keine Frau haben dürfen und niemals in das Antlitz Deines Sohnes blicken können." Und das sei für einen Asiaten geradezu eine Schande. Aber Roberto Alda ließ sich nicht umstimmen, meldete sich im Priesterseminar an. Von Beginn an sei ihm klar gewesen, dass er Ordensbruder werden wolle. Ein armer Chinamissionar wollte er sein wie sein großes Vorbild Josef Freinademetz (2003 zusammen mit Arnold Janssen heiliggesprochen). Im Studium habe er Chinesisch gelernt, nicht etwa Deutsch. "Ich habe von China geträumt - und ich muss Ihnen gestehen, nie von Deutschland, geschweige denn von Goch." Einige Zuhörer gestatteten sich ein großherziges Lachen. Aber dieser Gott habe gesagt, "ich will Dich hier in Goch". Nach Jahren im Missionshaus St. Wendel (Bistum Trier), das er bis jetzt leitete, wird Pater Roberto nun Gemeindepfarrer - allerdings einer "XXL-Gemeinde", wie Ludger Hendricks als Vorsitzender des Pfarrgemeinderats gerne sagt.

Blick auf die Orgelempore mit der gerade erst eingeweihten Orgel. FOTO: Evers, Gottfried (eve)

Sämtliche katholischen Verbände von Kolping, KKV, KAB, die St.-Georg-Pfadfinder bis zur KJG Liebfrauen, die eigens eine Fahne anfertigen ließ, hatten den neuen Pastor von seiner Wohnung abgeholt. Auch die St.-Georgius-Gilde, die Vertreter der Gremien und die Messdiener begleiteten Pater Roberto zur voll besetzten Pfarrkirche. Dechant Rolf Lohmann, Wallfahrtsrektor in Kevelaer, hieß den Glaubensbruder und alle Gäste willkommen. Viel gibt es derzeit im Gocher Kirchenleben zu feiern: die neue Pfeifenorgel, die Fusion der Gemeinde "Gocher Land", nun den neuen Pastor als "weiteren Höhepunkt in der Gocher Kirchengeschichte. Da drohte die erste Kerze im Adventskalender fast ins Hintertreffen zu geraten. Doch Dechant Lohmann erinnerte daran, dass die Erwartung des Herrn genauso im Blickpunkt stehe. Wovon auch die adventlichen Lieder und der Kirchenchor kündeten.

Lohmann führte den Priesterkollegen ans Taufbecken, auf dass er dort gesegnetes Wasser für die Gocher Häupter hole. "Achtung, jetzt wird's ein bisschen kalt", scherzte der Pater bei seinem Gang durch die Kirchenschiffe. Bei der Gabenbereitung halfen Kinder aus der Gemeinde. Als eine "schöne Aufgabe" bezeichnete es Lohmann, eine Gemeinde zu übernehmen und den Menschen nahe zu sein, und in Goch könne Roberto Aldo auf viele Helfer setzen. Das versicherten später die Vorsitzenden von Pfarreirat und Kirchenvorstand. Vizebürgermeisterin Gabi Theissen überbrachte wie schon bei der Orgelweihe die Grüße von Rat und Verwaltung. Von einem Pfarrer werde viel erwartet, er müsse Moderator, Kommunikator, Inspirator sein, Anteil nehmen, ermutigen, Rat geben. Dazu wünsche sie ihm viel Kraft. Pfarrer Arndt von der evangelischen Gemeinde schloss sich den guten Wünschen an und machte darauf aufmerkam, dass "die christliche Familie in Goch groß und bunt" sei und auf gute Zusammenarbeit hoffe.

Quelle: RP
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