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Grevenbroich
Das Kraftwerk Frimmersdorf dampft immer noch

Grevenbroich. Frimmersdorfer sind verwundert: Ende Oktober war das Kraftwerk nebenan in die bundesweite Kapazitätsreserve gelegt worden, wurden die beiden letzten Blöcke "Paula" und "Quelle" vom Netz genommen. Doch über dem großen Kühlturm sind weiterhin kleinere Dampfschwaden zu sehen.

Ist das alte Kraftwerk doch noch weiter in Betrieb, wird dort noch Strom erzeugt, fragen sich Nachbarn

"Das Kraftwerk ist abgeschaltet, ,Paula' und "Quelle' sind komplett vom Netz", betont Jan Peter Cirkel, Pressesprecher bei RWE Power. Der Grund für den noch austretenden Dampf: Im Anlagensystem befinden sich laut Cirkel noch rund 30.000 Liter Kühlwasser. Das sei nach der Stilllegung noch zu warm zu gewesen, um es in die Erft zu leiten .

Das Wasser werde über eine Kühlturmversiegelung allmählich abgekühlt, "bis es allmählich an den Fluss abgegeben werden kann", erklärt Jan Peter Cirkel. Dadurch seien die Dampfschwaden über dem Kühlturm zu erklären. Mit der Fernwärmeversorgung - eine weitere Vermutung von Nachbarn des Kraftwerkes - hat der Dampf nichts zu tun. Von dem RWE-Werk waren etwa 450 Haushalte in Frimmersdorf, Gustorf und Gindorf mit Fernwärme versorgt worden. Mit der Stilllegung musste eine andere Lösung her. RWE Power ließ eine Transportleitung von Frimmersdorf zum Kraftwerk Neurath bauen, das nun die Wärme für die drei Stadtteile liefert.

Trotz der Rest-Schwaden: Das Kraftwerk, das zeitweise das größte Braunkohlenkraftwerk weltweit war, hat so gut wie ausgedient. Nachdem die alten 150-Megawatt-Blöcke bereits seit Jahren abgeschaltet sind, befinden sich die neueren 300-MW-Blöcke seit knapp drei Wochen in der so genannten Sicherheitsbereitschaft. Blöcke in Neurath und Niederaußem sollen folgen. Vier Jahre lang sollen die Frimmersdorfer Blöcke als Reserve vorgehalten werden, 2021 steht dann das endgültige Aus an.

(cso-)
 
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