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Grevenbroich
Ein Rettungssystem für die Vollrather Höhe

Grevenbroich: Ein Rettungssystem für die Vollrather Höhe
Förster Christoph Klose plant ein System mit Rettungspunkten. Genau an dieser Stelle könnte eine von mehreren Info-Tafeln stehen. FOTO: A. Tinter
Grevenbroich. Zur besseren Orientierung in Notfällen plant der auf der Höhe zuständige Förster Christoph Klose ein System von Rettungspunkten. Von Carsten Sommerfeld

240 Hektar groß ist die Vollrather Höhe, etwa so groß wie 300 Fußballfelder. Der für den Privatwald dort zuständige Förster Christoph Klose hat Neues im Sinn: ein System aus Rettungspunkten, damit Spaziergänger und andere Besucher im Notfall schnell angeben können, wo sie sich befinden. Schließlich ist die Vollrather Höhe ein beliebtes Naherholungsgebiet, das von Spaziergängern, Joggern und Radlern genutzt wird.

Nach einem Sturz im Wald ist ein Fuß gebrochen, oder ein Spaziergänger erleidet einen Schwächeanfall - "in solchen Fällen ist rasche Hilfe nötig", sagt Christoph Klose. Der private Förster bewirtschaftet seit 2014 den Privatwald auf der Vollrather Höhe im Auftrag des Eigentümers. Mit dem Handy könnten im Notfall zwar schnell Feuerwehr oder Rettungsdienst alarmiert werden, "doch es ist nicht immer leicht zu sagen, wo man sich genau befindet", weiß Klose. So ziehen sich die Straßen entlang der Hänge in erheblicher Länge.

Kloses Vorschlag: An von Besuchern frequentierten Punkten sollten Posten mit Tafeln aufgestellt werden, auf denen eine Buchstaben-Zahlen-Kombination sowie die Notrufnummer "112" vermerkt sind. Gibt der Betroffene die Kombination beim Notruf an, weiß die Leitstelle, wohin sie Einsatzkräfte schicken muss. "Auf diese Weise werden wertvolle Minuten gewonnen", sagt Christoph Klose.

Verpflichtend sei ein System im Wald nicht. Beispielsweise in Gebietens des Landesforstes gebe es Rettungspunkte, flächendeckend seien diese Systeme aber nicht verbreitet. Für das von ihm betreute Gebiet würden etwa zehn bis 15 Punkte mit Tafeln ausreichen. "Ich werde mich jetzt mit meinem Vorschlag an die Kommune wenden", sagt der 39-Jährige, der in Köln lebt. Bei der Umsetzung sollen die einzelnen Standorte den Leitstellen der Feuerwehr und Polizei mitgeteilt werden.

Im Stadtwald besteht nach Auskunft der Stadtverwaltung ein solches System nicht. Allerdings wurden Lotsenpunkte für Rettungskräfte eingerichtet, um im Notfall verletzten Waldarbeitern Hilfe zu leisten. Auf den Rekultivierungsflächen von RWE "haben wir in Grevenbroich wegen der Übersichtlichkeit des Terrains auf Rettungspunkte verzichtet - im Gegensatz etwa zur Sophienhöhe mit rund 120 Kilometern Spazierwegen", sagt RWE-Sprecher Guido Steffen.

Förster Klose bittet Besucher, auf der Vollrather Höhe - wie im Waldgesetz vorgesehen - auf den Wegen zu bleiben, um das Wild nicht aufzuscheuchen und Trittschäden in der Vegetation zu vermeiden. "Wenn jemand etwas abseits des Weges Pilze sammelt, ist das in Ordnung, alle anderen bitten wir, die Wege nicht zu verlassen." Vorsicht sei auch wegen der im Herbst und Winter anstehenden Fällarbeiten geboten. "Besucher sollen auf jeden Fall Anweisungen Folge leisten und Schilder beachten, sonst kann Lebensgefahr bestehen." Und sie sollten nicht in Gebiete mit frischen Einschlägen gehen, "weil nach dem Fällen noch Astteile in Bäumen hängen und herabstürzen können".

Quelle: NGZ
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