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Grevenbroich
Herrlicher Chorgesang und brillante Rezitationen

Grevenbroich. Der Chor Pascal Vocal begeisterte bei seinem Herbstkonzert unter dem Motto "Im Grünen" im voll besetzten Bernardussaal. Von Klaus Niehörster

Ein Jahr hat allein der Chor Pascal Vocal geprobt - bei seinem Herbstkonzert in Grevenbroich boten die Akteure nun einen musikalischen und textlich reich gedeckten Tisch. Voll besetzt war der Bernardussaal. Grün war der Programmzettel, und unter dem Titel "Im Grünen" waren "Musik und Lyrik aus der Natur" zu hören. Neben den sich aus ehemaligen Schülern und Lehrern des Gymnasiums rekrutierenden Sängern wirkten bei diesem sehr genussreichen Potpourri im Bernardussaal mit: Martin Schmidt (Bariton), Folker Banik (Rezitator), ein Instrumentalensemble des Pascal-Gymnasiums, Erich und Madeleine Theis (Klavier), Elisabeth Wand (Violoncello) sowie Schüler von VIP 2018 (Schauspiel). Die musikalische Leitung und die Moderation beim Konzert übernahm Stefan Krüger gekonnt vom Piano aus.

Selbst ernste Töne und Sentenzen haben nicht gefehlt. Eine treffsichere, stellenweise auch berührende Tradition tat sich da auf. "Rundum gelungen" und "Das war doch wieder einmal richtig schön", so war ringsum zu hören. Das Publikum freute sich, ging mit, genoss den Chorgesang, war fasziniert vom Instrumentalensemble und hatte oft Gelegenheit, über die schauspielerischen Einlagen des Rezitators Folker Banik zu schmunzeln.

Dass im klassischen ersten Teil der "Herr von Ribbeck..." Theodor Storm statt korrekterweise Theodor Fontane zugeeignet war, fiel in dieser Fülle von deklamatorischen und sängerischen Highlights überhaupt nicht ins Gewicht. Anzumerken ist, dass eine Straffung des Mammutprogramms - nahezu drei Stunden - dem Ereignis gutgetan hätte. Von jedem Lied musste ja nicht unbedingt jede Strophe vorgetragen werden.

Gleichwohl blieb der Spannungsbogen intakt, hatten doch Franz Schubert und Felix Mendelssohn-Bartholdy musikalisch und Joseph Freiherr von Eichendorff sowie Rainer Maria Rilke dichterisch eine Menge zum Thema "Im Grünen" zu sagen.

"Gewöhnungsbedürftig", so lautete eine Wortmeldung, sei das zeitgenössische Einsprengsel "Hurz" von Hape Kerkeling. In seiner Prägnanz wollte das darauf aufmerksam machen, dass es diese Art Musik eben auch gibt.

Versöhnlicher gaben sich die zur Hochform auflaufenden Interpreten dann im zweiten Teil mit impressionistischen Klängen, mit schwermütigen Chansons und einer ganz und gar zutreffenden Feststellung am Schluss: "Schön ist es, auf der Welt zu sein."

Quelle: NGZ
 
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