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Grevenbroich
Kreis-Kommunen bauen Schulden ab

Grevenbroich. In Summe haben die acht Städte und Gemeinden im Rhein-Kreis Neuss inklusive der Kreisverwaltung rund 11,4 Prozent weniger Schulden als 2005. Doch nicht alle Kommunen können auf finanzielle Erfolge verweisen. Von Andreas Buchbauer und Julia Hagenacker

Ingolf Graul, Kämmerer des Rhein-Kreises Neuss, hat dieser Tage Grund zur Freude. Unlängst vom Statistischen Landesamt IT.NRW vorgelegte Zahlen belegen: Die Kreisverwaltung und die Kommunen im Rhein-Kreis Neuss haben in den vergangenen zehn Jahren deutlich Schulden abgebaut. "Als Kreis hatten wir Anfang der 2000er Jahre mit rund 130 Millionen Euro im Kernhaushalt unseren Schulden-Höchststand", sagt Graul. Zum 1. Januar 2016 waren es noch 46,6 Millionen Euro.

Der Kernhaushalt ist die eine Sache, Schulden der sogenannten ausgegliederten Einheiten - also zum Beispiel Eigenbetriebe und ähnliche Einrichtungen - die andere. Laut IT.NRW kommen für den Kreis noch einmal 35,4 Millionen Euro (Stand: 31. Dezember 2015) hinzu. Trotzdem: Im Vergleich zu 2005 hat der Kreis seine Schulden um 43,1 Prozent verringert. Das zahlt sich aus. Zu Höchstzeiten wurden laut Graul jährlich Zinszahlungen in Höhe von rund acht Millionen Euro fällig, inzwischen sind es zwei Millionen. "Das schafft finanziellen Spielraum", sagt der Kreis-Kämmerer. Ein Erfolg, der auch den Kommunen zu verdanken ist. Sie finanzieren den Kreis über die Kreisumlage wesentlich mit. Doch auch die acht kreisangehörigen Städte und Gemeinden hatten - in Summe - zum 31. Dezember 2015 weniger Schulden als zehn Jahre zuvor. Insgesamt wurden 11,4 Prozent an Verbindlichkeiten abgebaut. Damit trotzen die Kreis-Kommunen dem Landestrend: Im Vergleich zu 2005 wuchs der Schuldenberg der NRW-Kommunen um 34 Prozent.

In Grevenbroich sind die langfristigen Kredite von 2012 bis 2015 von 31,36 Millionen Euro auf 24,90 Millionen geschrumpft. Aktuell, zum Stichtag 1. Juli, steht die Stadt bei 24 Millionen Minus. Dazu muss man wissen: Mit dem Haushalt 2014 ist ein Sanierungsplan aufgestellt worden, der einen Haushaltsausgleich innerhalb von zehn Jahren vorsieht. Schulden werden in Grevenbroich deshalb durch planmäßige Tilgungen abgebaut, seit 2008 wurden keine neuen Darlehen aufgenommen.

"Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass die Haushaltssatzungen 2015 und 2016 Kreditermächtigungen in Höhe von insgesamt 12 Millionen Euro zur Errichtung von Flüchtlingsunterkünften enthalten", sagt Stadtsprecherin Ines Hammelstein. "Diese werden voraussichtlich noch nicht in voller Höhe benötigt, aber der Schuldenstand wird sich nach Abruf der Kredite für die bereits realisierten Standorte Hagelkreuz und Gilbachstraße erhöhen."

Quelle: NGZ
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