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Grevenbroich
Kreis will Digitalisierung forcieren

Grevenbroich. Landrat und Wirtschaftsförderung stellen den Jahresbericht 2017 vor. Von Corinna Kuhs

Mittelstand und junge Gründer sollen im Rhein-Kreis Neuss noch stärker zusammenarbeiten und die Unternehmen der Region fit für die digitale Zukunft machen. Das betonten Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Robert Abts, Leiter der Wirtschaftsförderung des Kreises, gestern bei der Vorstellung des Jahresberichts 2017.

Was eigentlich als Blick zurück gedacht war, wurde ein Termin mit Blick nach vorne. So kündigten Wirtschaftsförderung, Landrat und Kreisdirektor Dirk Brügge an, künftig noch stärker aufs Digitale setzen zu wollen. Dazu wird zusammen mit jungen und spezialisierten Unternehmen wie den Meerbuscher Digitalberatern von "Adisfaction" eine Digitalstrategie für den Kreis entwickelt. Sie soll im Sommer vorgestellt werden. Geplant ist auch ein "Chemlab" in Dormagen, für das bereits Fördermittel gewonnen wurden. Das soll klassische Chemieindustrie mit Startups aus dem Chemie-Bereich zusammenbringen, so dass beide voneinander lernen können - hauptsächlich aber die "alten" Betriebe in Sachen Digitalisierung Hilfestellung von den jungen Gründern bekommen. "Digitalisierung soll dazu dienen, ein attraktives Gebiet auch für die Gründerszene zu werden", sagt Abts. Die Digital-Experten von "Adisfaction" sehen viele Aufgaben für das Strategieteam: "Gerade die Mittelständler der Region haben großen Nachholbedarf in Sachen Digitalisierung", sagt Unternehmer Tim Riepenhausen. Das falle unter anderem bei "klassischer Kaltakquise", die seine Digitalberatung betreibe, auf. Ein Beispiel: "Viele Unternehmer lassen sich ihre Mails noch ausdrucken." Anderen mangele es schlicht an Fachkräften, die sich etwa mit Social Media auskennen. Hier sei es wichtig, den Kreis für entsprechend ausgebildete Menschen zum attraktiven Lebensumfeld zu entwickeln - vor allem auch, indem mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werde.

Für 2018 rechnet der Kreis für sich mit einer blühenden Zukunft. Petrauschke hält es für realistisch, bei der Arbeitslosenquote "eine Vier vor dem Komma" zu erreichen. Im Dezember lag sie bei 5,5 Prozent - damit allerdings etwas höher als im Vorjahreszeitraum (5,3 Prozent).

Quelle: NGZ
 
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