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Grevenbroich
Künstler Christoph Rehlinghaus malt im Stil der alten Meister

Grevenbroich. "The golden Ätsch": Gebürtiger Wevelinghovener erinnert in der Galerie p91 augenzwinkernd an das sogenannte "Goldene Zeitalter". Von Rudolf Barnholt

Er wurde 1963 in Wevelinghoven geboren und stellt jetzt in der Galerie p91 seine neuesten Bilder aus: Christoph Rehlinghaus hat nach eigener Aussage "den Pinsel qualmen lassen". Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Zu einem hohen Maß an malerischem Können kommt eine große Portion Ironie - das Augenzwinkern ist eindeutig mehr sein Ding als der erhobene Zeigefinger. Ganz in diesem Sinne nennt er seine Ausstellung "The golden Ätsch". Der Absolvent der Düsseldorfer Kunstakademie und der Fachhochschule Köln lässt die Malerei des sogenannten "Goldenen Zeitalters" wieder aufleben. Rehlinghaus, der in Meerbusch-Strümp lebt und arbeitet, malt ausschließlich auf Holz, und zwar mit Ölfarben.

Der 52-Jährige präsentiert sich in Wevelinghoven als Maler mit spitzer Zunge. Da präsentiert er ein klassisches Stillleben, wie es die Alten Meister nicht besser hinbekommen hätten, und nennt es dann "Jeder Käse kann Kunst sein". Der Künstler malt nicht nur auf Holzbrettern, sondern auch auf Türen und anderen Teilen aus Holz, die früher einem anderen Zweck gedient hatten.

Dabei lässt er sich auf die Maserungen seines Lieblingsmaterials ein, spürt ihnen nach, statt sie achtlos zu übermalen. Dem spröden, altersschwachen Material haucht er mit seiner Malerei Witz und Frische ein. Das Mitglied der Kaarster Künstlergruppe Salix amüsiert den Betrachter mit kleinen Gags: "Weniger Vermeer" nannte er ein Bild - dort ersetzt ein Astloch den Perlenohrring der Dame. Der findet sich in einem anderen ausschnitthaften Bild auf einem derben Stück Holz gemalt, wieder.

Die großen Meister waren Genies ihrer Zeit, nahmen gerne Auftragsarbeiten an, um ihre Existenz zu sichern. Galeristin Anneliese vom Scheidt präsentierte voller Stolz eine Auftragsarbeit von Rehlinghaus: Der hatte ihre beiden Enkelkinder gemalt - ganz ohne die Schwere der alten Meister, aber dennoch eine Meisterleistung.

Quelle: NGZ
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