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Auf Ein Wort Stefan Mergler
Das Beste kommt noch

Hilden. "The best ist yet to come" diese Worte stehen auf Frank Sinatras Grabstein. Sie mögen erinnern an einen seiner berühmten Songs. The best is yet to come" (zu Deutsch "das Beste kommt noch") - Worte, die mir in diesen grauen Novembertagen mehrmals in den Sinn gekommen sind. Häufiger als sonst bin ich zurzeit auf Friedhöfen unterwegs.

Ob die Angehörigen von Frank Sinatra diese Inschrift aus christlicher Motivation heraus wählten, weiß ich nicht, aber sie könnte jedenfalls christlich gedeutet werden und das in dreifacher Hinsicht: Die erste Deutung der ist naheliegend: Als Christen glauben und hoffen wir, dass der leibliche Tod nicht das Ende, sondern der Beginn eines neuen Lebens ist. Es gibt etwas, das stärker ist als der Tod. Wir glauben daran, dass tatsächlich einer buchstäblich vom Friedhof zurückgekommen ist. Einer, der vor knapp zweitausend Jahren wie ein Verbrecher hingerichtet wurde, ausgeblutet am Kreuz sein Leben aushauchte, ist nicht im Tod geblieben. Der Auferstandene ist seinen Jüngern erschienen. Das Besondere an diesem Menschen war, dass er auf alles Böse immer nur eine Antwort parat hatte: Liebe - Liebe und zwar unbedingt und vorbehaltlos. Und diese Liebe Jesu Christi ist stärker als der Tod. Auch für uns, deshalb betet der Priester in der Begräbnisliturgie mit Vertrauen: Denn deinen Gläubigen, o Herr, wird das Leben gewandelt, nicht genommen." Der Tod hat nicht das letzte Wort, stattdessen hoffen wir: "The best is yet to come" Dieser Satz kann uns aber auch schon jetzt für unsere momentane Zeit helfen: Oft habe ich den Eindruck, dass uns das Gewesene, das bereits Erlebte, die Vergangenheit irgendwie verklärt erscheint, mit einem Anflug von Nostalgie. Vielleicht sind uns die Schwierigkeiten und Nöte, die wir durchlebten, gar nicht mehr so bewusst, eben weil wir sie gut durchgestanden haben. Aber gerade in Zeiten von Umbrüchen und Veränderungen, so wie wir sie jetzt erleben, wo Ordnungen ins Wanken geraten, machen sich gerne Tendenzen von Unsicherheit und Resignation breit. Es herrscht Endzeitstimmung gemäß dem Motto: "Früher war alles besser!" Dieser Satz ist im Übrigen nicht neu, das haben Menschen wohl früher auch schon gesagt. Als Christen dürfen wir glauben, dass auch die vor uns liegende Zeit eine gesegnete sein wird. Denn einer begleitet uns, Einer geht mit uns, Einer, dessen Liebe stärker ist als der Tod: "The best is yet to come". Diese Worte ließen sich aber auch übersetzten mit: Der Beste kommt noch und das lässt uns dann blicken auf die vor uns liegende Zeit des Advent: Advent heißt Ankunft: Da möchte Einer bei uns ankommen, bei jedem von uns ganz persönlich. Und es ist nicht irgendein Fußball- oder Fernsehstar, sondern es ist Gott elbst, der "Immanuel (Gott mit uns)", der uns annimmt und liebt, so wie wir sind. Er möchte uns begegnen. Das dürfen wir erwarten und darauf dürfen wir uns freuen. In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine erwartungsfrohe und gesegnete Adventszeit, denn "the best is yet to come".

Quelle: RP
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