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Kreis Mettmann
Der Kreistag soll heute 37 neue Stellen in der Verwaltung bewilligen

Kreis Mettmann. Als Anfang September der Leiter der Ausländerbehörde des Kreises Mettmann, Thomas Jarzombek, im Kreisausschuss vorsprach, staunten die Politiker über seine Offenheit.

Die Ausgangssituation: Jarzombek erklärte, dass Anträge auf Asyl in "dreistelliger Höhe liegen bleiben". Es gebe keine Ablage mehr, die telefonische Erreichbarkeit sei nicht mehr gewährleistet. E-Mails können kaum noch beantwortet werden. Der Zustrom von Flüchtlingen führe zu zahlreichen "unbearbeiteten Fällen und Anfragen".

Die Lage verbessert sich: Drei Monate später kann der Amtsleiter etwas entspannter in das neue Jahr blicken. Der Kreis wird 37 neue Stellen schaffen, die überwiegend im Bereich Asyl angesiedelt sind. Die neue Sachbearbeiter werden Anträge bearbeiten, was wegen der sich ständig ändernden Gesetzeslage mitunter schwierig ist.

Hier werden die Stellen gebraucht: So müssen die Mitarbeiter etwa das "Gesetz zur Verbesserung der Rechtsstellung von asylsuchenden und geduldeten Ausländern", das "Gesetz zur Neubestimmung des Bleiberechts und der Aufenthaltsbeendigung" beachten und bei der Bearbeitung der Fälle berücksichtigen. Gleich vier neue Stellen sollen im Bereich "Ausreise" geschaffen werden. Hinter dem Wort Ausreise verbirgt sich die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern. Jarzombek berichtete auch an dieser Stelle von haarsträubenden Zuständen. Die zur Abschiebung vorgesehenen Personen versuchten, sich zu entziehen. Wenn man jemanden gefunden habe, müsse die Abschiebung unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Mitunter waren die Mitarbeiter des Kreises zwei Tage lang damit beschäftigt, einen abgelehnten Asylbewerber in die Abschiebehaftanstalt nach Berlin zu bringen. Ist jemand über Polen eingereist, muss er von Mitarbeitern des Kreises nach Polen zurück gebracht werden.

Neue Stellen wird es aber auch im Bereich der medizinischen Versorgung geben. Die schulärztliche Versorgung von Kindern und Jugendlichen aus Asylbewerberfamilien ist nicht mehr mit dem vorhandenen Personal leistbar. Deshalb braucht der Kreis einen neuen Kinderarzt sowie eine Verwaltungskraft. Ebenfalls neu eingestellt wird ein Mitarbeiter, der sich um die Kontrolle der Hygiene in den Notunterkünften kümmern soll.

Was kostet das alles? Die zusätzlichen Stellen sollen - auch aufgrund des bestehenden Besetzungsdrucks - durch interne Personalakquise gewonnen werden. In der Zukunft fallen jährliche Kosten in Höhe von etwa 2,25 Millionen Euro an. Aus den Dezernaten wurden im Juni zunächst über 40 Stellen mit einem Volumen von 2,6 Millionen Euro als Mehrbedarf für 2016 gemeldet.

Quelle: RP
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