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Haan
Duale Ausbildung

Düsseldorf. Lehre oder Studium: Das ist für viele Schulabsolventen die Frage. Man kann aber beides kombinieren, etwa bei der Bohle AG. Das Haaner Unternehmen hat sogar die Studiengebühren übernommen. Von Andrea Stockhausen-Grüten

Für Dennis Kampmann war nach dem Abitur klar: "Ich möchte parallel zur Berufsausbildung studieren." Mit dem Wunsch rannte der heute 25-Jährige bei der Haaner Firma Bohle offene Türen ein. "Ich kannte das duale Ausbildungssystem schon aus Süddeutschland", sagt Bohle-Vorstand Arne Klöfkorn. Da die Berufspläne zudem ins Firmenkonzept passten, bildete Bohle den "Azubi" und Studenten dreieinhalb Jahre aus. Mit den Abschlüssen Industriekaufmann und Diplom-Kaufmann in der Tasche konnte Dennis Kampmann vor zwei Jahren gleich die erste Stufe der Karriereleiter bei dem führenden Hersteller für Glasbearbeitung und - Veredelung erklimmen.

Eigeninitiative bewiesen

"Unser Anliegen ist es, gute Leute auszubilden und zu übernehmen", betont Dominik Hinzen. "Es ist erschreckend, wie wenig junge Leute oft über die Fülle von Berufschancen informiert sind", so der Leiter Marketing und Kommunikation. Mit Dennis Kampmann fand die Bohle AG einen Bewerber, wie ihn sich Berufsberater und Fachverbände heute wünschen. Er bewies Eigeninitiative, Engagement, Ideen und Flexibilität.

Für den Eigenbedarf

Die freie Ausbildungsstelle bei Bohle hatte der gebürtige Leverkusener im Internet entdeckt. In dem modernen, mittelständischen Unternehmen, das seit 40 Jahren in Haan ansässig ist, stießen seine Berufspläne sofort auf Gegenliebe. "Es muss passen, dann geben wir den Leuten eine Chance. Schließlich bilden wir für den Eigenbedarf aus", gibt Hinzen zu bedenken. "Ich habe mich zuerst an der Europäischen Fachhochschule in Brühl eingeschrieben", erzählt Dennis Kampmann. "Mir war klar, dass ich nicht nur studieren wollte. Es ist optimal, wenn man das theoretische Wissen gleich in die Praxis umsetzen kann", bricht der 25-Jährige eine Lanze für das Duale System. Heute ist er froh über seine Wahl, denn die garantierte ihm gleich auch einen höher dotierten Posten. "Froh bin ich auch, dass Bohle die Studiengebühren übernommen hat", so Dennis Kampmann. Die lagen immerhin bei 630 Euro pro Monat. "Die jungen Leute brauchen heute mehr Weitblick", rät die junge Führungsriege von Bohle mit Arne Klöfkorn, Dominik Hinzen und Personalreferentin Meike Deister. Einen Beitrag zur Aufklärung über die Fülle von Berufsbildern leistet die Firma mit 200 Mitarbeitern in Haan und 300 weltweit, indem sie unter anderem gezielt in Schulen wirbt. "Oft bewerben sich Jugendliche als Mechatroniker und während des Gespräches stellt sich heraus, dass sie eigentlich den Zerspanungsmechaniker meinen", verrät Meike Deister. Solchen Irrtümern soll eine Broschüre vorbeugen, die fünf Auszubildende von Bohle für Schulen erstellt haben: Sie stellt die Firma und ihre sechs Ausbildungsberufe vor - vom Industriekaufmann über den Industriemechaniker bis hin zum Mediengestalter.

Quelle: RP
 
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