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Hilden
Sparkasse zieht Bilanz: Mini-Zinsen machen Lust auf Konsum

Hilden: Sparkasse zieht Bilanz: Mini-Zinsen machen Lust auf Konsum
Die Vorstände (v.l.) Wolfgang Busch, Jörg Buschmann, Josef Stopfer. FOTO: dj-
Hilden. Die Welt des großen Geldes steht Kopf. "Wenn wir 150 Millionen Euro anlegen wollen, müssen wir dafür auch noch Geld zahlen", sagte am Dienstag Jörg Buschmann. Von Dirk Neubauer

Mit solchen "negativen Zinsen" begründete der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert (HRV), warum nach einem Rekordjahr 2015 für die Sparkasse, mit enormen Steigerungsraten im Firmen- und Privatkundengeschäft, der Jahresüberschuss mit 4,2 (Vorjahr: 4,4) Millionen Euro dennoch leicht rückläufig war.

Wie den etwa 130.000 Kunden der Sparkasse fehlt es auch den Bankern an Anlagemöglichkeiten, solange die Europäische Zentralbank die Zinsen bei null hält oder sogar ins Minus drückt. Trotz dieser "Rahmenbedingungen, dürfen die Kämmerer von Hilden, Ratingen und Velbert eine Gewinnausschüttung wie in den Vorjahren einplanen. Die richtet sich nach den Anteilen der Städte an der Sparkasse: Ratingen und Velbert streichen jeweils 740.000 Euro, Hilden nimmt 520.000 Euro ein. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Von den 33 rheinischen Sparkassen schüttet nur jede Vierte etwas aus.

Bei einer Bilanzsumme von 3,3 Milliarden Euro (+2,6 Prozent) seien Ertragslage und Eigenkapitalausstattung "solide". Dass die Wirtschaft in Deutschland vom Konsum getragen wird, merkt die Sparkasse HRV an diesen Zahlen: Das Kundenkreditgeschäft meldet das stärkste Wachstum der Institutsgeschichte: +5,6 Prozent, absolut plus 111,1 Millionen Euro. Dabei stieg die Nachfrage sowohl von Firmen als auch von Privatkunden. Letztere schichten ihr Vermögen um in Betoninvestments. "Gute Immobilien werden gar nicht mehr besichtigt, sondern sind binnen weniger Stunden verkauft", berichtete Vorstand Josef Stopfer. Neben der Finanzierung habe man im Jahr 2015 106 Objekte selbst vermittelt. "Die Nachfrage lag noch darüber." Die Kunden fragen aber nicht nur Geld in Form von Krediten nach. Sie vertrauen es nach wie vor der Sparkasse an. Obwohl es nur noch Mini-Zinsen gibt, bekam die Sparkasse 73,7 Millionen Euro (+3 Prozent) an Einlagen. Viele Kleinsparer scheinen Fatalisten zu sein: Es gibt ein Plus von 13 Prozent bei Sparbüchern. Vorstandschef Buschmann will keine Bestandsgarantie für die 28 Geschäftsstellen abgeben. "Das können wir nicht. Wir müssen ständig beobachten, was unsere Kunden wollen und uns danach ausrichten." Das ist die andere Seite des Online-Bankings.

Quelle: RP
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