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Hückelhoven
Muslime in Hückelhoven heimisch

Hückelhoven: Muslime in Hückelhoven heimisch
Leckere türkische Speisen und ein lebhafter Dialog - das macht das Iftar-Essen aus, zu dem die VIKZ-Moschee traditionell im Ramadan deutsche Gäste einlädt. Iftar ist das gemeinsame Essen nach Sonnenuntergang. FOTO: UWE HELDENS
Hückelhoven. Zum Fastenbrechen hatte die neue VIKZ-Moschee Gäste eingeladen. Auch Flüchtlinge mit am Tisch. Von Philipp Schaffranek

Für Muslime ist momentan Fastenzeit. Sie befinden sich im Ramadan. Bis zum 5. Juli verzichten sie tagsüber auf Essen und Trinken. Aktuell sind die Tage sehr lang. Nach Sonnenuntergang treffen sich die Muslime dann zum Fastenbrechen. Das gemeinsame Essen ist eine Zeit des Zusammenkommens und des Dialogs. Für das Fastenbrechen am Montag hatten die Muslime der neuen VIKZ (Verband der Islamischen Kulturzentren)-Moschee an der Jacobastraße Personen des öffentlichen Lebens aus Hückelhoven eingeladen, um auch den interreligiösen und interkulturellen Dialog aufrechtzuhalten. Auch Bürgermeister Bernd Jansen war gekommen.

Der Sonnenuntergang an diesem Abend war um 22.02 Uhr. Dann begannen die Muslime gemeinsam mit ihren Gästen das Fastenbrechen. Viele junge Muslime waren anwesend. Denn in der neuen Moschee baut die VIKZ-Gemeinde seit 2014 ein Jugendzentrum auf. Dort sollen junge männliche Muslime lernen können und bei der gesellschaftlichen Entwicklung unterstützt werden.

Weil die Moschee für die Jugendlichen gedacht ist, hielt mit Melihcan Korkmaz ein Schüler, der die neunte Klasse des Gymnasiums in Hückelhoven besucht, die Festrede. Der Ramadan sei der "Monat der Gegensätze", sagte er. Das spezielle sei aber das Gespräch und der Dialog beim Fastenbrechen am Abend. Hier hätten Muslime zwei Möglichkeiten: "Entweder man wird eingeladen oder man lädt ein. Alleine essen gehört sich nicht." Gleichzeitig diene das Fasten zur Stärkung der Selbstdisziplin. Wer faste, versuche ein frommer Muslim zu werden und übe sich in Selbstreflektion. Ganz speziell ging Korkmaz auf die Situation der Muslime in Hückelhoven ein: "Zu Gast sein war früher. Nun sind wir heimisch geworden in der Stadt." Jetzt, wo viele Flüchtlinge nach Hückelhoven kommen, dürften bei der Integration nicht dieselben Fehler gemacht werden wie bei den Gastarbeitern.

Bürgermeister Bernd Jansen freute sich wie jedes Jahr über die Einladung. Das läge vor allem an der türkischen Küche. Er verwies darauf, dass die Welt durch Flüchtlingsbewegungen und den kommendem Austritt Großbritanniens aus der EU in Bewegung sei. "Das heißt für uns hier in Deutschland, dass wir viel mehr zusammenstehen müssen." Hückelhoven sei dafür ein "leuchtendes Beispiel". Hier gelinge es, "mit Menschen aus gut einhundert Nationen friedlich und tolerant in einer Stadt zusammenzuleben". Nur gemeinsam könnte die Zukunft gestaltet werden. Man dürfe allerdings nicht durch die rosa-rote Brille gucken. Es gebe manchmal auch Probleme. "Da sind wir alle aufgefordert entgegenzuwirken."

Bei Suppe, gefüllten Auberginen mit Hackfleisch, Reis und zuckersüßem Baklava betonten die Muslime, dass auch sie versuchen, die Flüchtlinge einzubeziehen. So seien bei den abendlichen Treffen zum Fastenbrechen oft auch Flüchtlinge aus Hückelhoven anwesend.

Quelle: RP
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