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Hückeswagen
"Haus am Buschweg" komplett saniert

Hückeswagen: "Haus am Buschweg" komplett saniert
Ansprechend gestaltet und einladend: Der neue Eingangsbereich im Johannesstift ist offen, hell und großzügig. Durch geschmackvolle Deko wirkt der Eingang fast wie eine Hotel-Lobby. FOTO: jürgen moll
Hückeswagen. Die Rheinische Gesellschaft für Innere Mission und Hilfswerk hat sechs Millionen Euro investiert. In den nächsten Tagen erfolgen wichtige Abnahmen. In etwa vier Wochen sollen die Bewohner dann vom "Haus Quellengrund" umziehen. Von Joachim Rüttgen

Wer den Haupteingang des Altenzentrums Johannesstift betritt, muss zwar noch durch einen kleinen Baustellentunnel hindurch, aber dahinter eröffnet sich ihm eine ganz andere Welt: Hell, offen, farbig, einladend - so präsentiert sich der neue Eingangsbereich mit vergrößertem Kiosk, Friseur und viel Aufenthaltsqualität durch gemütliche Möblierung und Deko. Dementsprechend zufrieden sind Heimleiter Matthias Rath und Pflegedienstleitung Georgina Kovacs.

"In den nächsten Tagen gibt es noch diverse Abnahmen durch TÜV und Bauamt, aber in gut einem Monat sollen die Bewohner vom Haus Quellengrund ins Haus am Buschweg umziehen", kündigt Rath an. Ihre Einzelzimmer werden zurzeit noch fertiggestellt. Mitte Juli 2014 waren die ersten Bewohner in den ersten neugestalteten Teil umgezogen, jetzt steht auch der zweite Bauabschnitt vor dem Abschluss.

Es ist alles komplett neu: Fenster, Badezimmer, Mobiliar, elektrische Betten, tolle Fußböden. "Das ist alles viel besser aufgeteilt und konzipiert, da macht Pflege und das Waschen wieder Spaß, denn wir haben nun viel mehr Platz", sagt Kovacs. Sehr beliebt bei den Bewohnern sind die um 15 Zentimeter vertieften Fenster, die für neue Ausblicke sorgen. Die Wohnbereiche sind offen gestaltet, Dienstzimmer, Aufenthaltsräume und Küche nicht mehr voneinander getrennt. Gerade bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten fühlen sich die oft dementiell veränderten Bewohner nun stärker eingebunden und nicht isoliert. "Sie sind mehr integriert und nicht alleingelassen", sagt die Pflegedienstleitung. Das Arbeiten in Kleingruppen komme den Bewohnern zugute, "hier ist eine ganz andere Lebendigkeit entstanden", sagt Rath.

Auch die neue Tagespflege, die am 1. März ihren Dienst begonnen hat und pro Tag maximal 13 Gäste aufnehmen kann, stößt auf große Resonanz. "Es füllt sich zusehens", sagt Leiterin Gabriele Kamberg. Was Rath besonders freut: Die Tagespflegegäste nutzen sehr rege den Sinnesgarten, den sie barrierefrei erreichen können. "Zuhause haben sie oft nicht die Möglichkeit, sich so frei zu bewegen", sagt er.

Wenn die letzten Bewohner in etwa vier Wochen umgezogen sind, soll zeitnah der Abriss im Haus Quellengrund beginnen. "Das verändert dann auch die Optik draußen nochmals komplett", sagt Rath. Für das Haus gibt es keinen Ersatz, hier werde man aber gestalterisch für ein ansprechendes Areal sorgen. Das sei auch vor dem Hintergrund wichtig, dass sich das Johannesstift von den beiden Immobilien gegenüber (ehemalige Praxis Aufgebauer samt Wohnung sowie dem "Bergischen Haus", in dem ehemals eine gerontopsychiatrische Tagesgruppe untergebracht war) trennen will.

Im "Haus am Park" sollen 2016 vor allem die Bäder saniert werden, weil sie nicht barrierefrei und nicht mehr zeitgemäß sind. Künftig werden sich 160 Mitarbeiter um die Bewohner in den beiden Häusern des Altenzentrums, der Kurzzeitpflege, der Tagespflege und im Kindergarten kümmern. Außerdem wird ab August/September eine externe Physiotherapeutin Räume im Johannesstift anmieten und ihre Dienste auch auswärtigen Interessenten anbieten.

Rath ist es wichtig, sich künftig auf die wichtigsten Aufgaben zu konzentrieren: die Altenhilfe in all ihren verschiedenen Formen und den Kindergarten, der mittlerweile von einer ein- zu einer dreigruppigen Einrichtung gewachsen ist. "Wir wollen uns zeitgemäß für die Zukunft aufstellen", sagt der Leiter. Das Johannesstift solle zwar kein Hotel sein, aber es gehe schon darum, möglichst viele Annehmlichkeiten anzubieten.

Dabei hat sich seit Jahresbeginn auch die soziale Betreuungssituation verbessert: Der Gesetzgeber ermöglicht es, zusätzliche Betreuungskräfte einzustellen, damit sie den Alltag der Bewohner 30 Stunden pro Woche begleiten. Gerade für an Demenz erkrankte Menschen sei dies eine wichtige Betreuungsform. Immerhin 80 Prozent der Frauen und Männer im Johannesstift leiden an einer dementiellen Veränderung - Tendenz steigend. "Auch deshalb brauchen wir eine gute und zeitgemäße Pflege", sagt Rath.

Quelle: RP
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