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Hückeswagen
Hückeswagener Sextett unterstützt Verdi bei Streik

Hückeswagen. Die Tour ins Ruhrgebiet für sechs Mitarbeiter der Stadtverwaltung gestern hatte nichts mit einem Betriebsausflug zu tun, der Grund war ernsterer Natur: Das Sextett war beim Warnstreik dabei, mit dem die Gewerkschaft Verdi ihrer Forderung von sechs Prozent mehr Lohn für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes Nachdruck verleihen wollte.

Zusammen mit Mitarbeitern der Wipperfürther Stadtverwaltung hatten sich die sechs Hückeswagener auf den Weg nach Bochum gemacht.

Verdi macht in der Tarifauseinandersetzung für die 2,14 Millionen Tarifbeschäftigten bei Bund und Kommunen Druck, da die Arbeitgeber lediglich drei Prozent Lohnerhöhung angeboten haben - und das auch noch gestaffelt für zwei Jahre. Zudem verlangen die kommunalen Arbeitgeberverbände eine Umstellung der betrieblichen Altersversorgung, was wiederum die Gewerkschaft ablehnt.

Für Axel Kremer, Personalratsvorsitzender der Stadtverwaltung und Ortsvorsitzender der Komba, einer Fachgewerkschaft innerhalb des Deutschen Beamtenbunds, sind die Forderungen von Verdi nachvollziehbar, schließlich müsse die Arbeit entsprechend entlohnt werden. Im Gespräch mit unserer Redaktion verweist er auf frühere Tarifabschlüsse, nach denen der Arbeitszeitverkürzungstag, "also ein Urlaubstag", gestrichen worden war. Die Forderung von sechs Prozent sei zwar hoch, "es muss aber auch was zum Verhandeln da sein", betonte Kremer. Er weiß natürlich, dass solche Tarifabschlüsse gerade für klamme Kommunen wie Hückeswagen schwierig seien. "Aber für andere Dinge wird auch immer Geld bereitgestellt", argumentierte er.

Bei Stadtkämmerin Isabel Bever "schlagen zwei Herzen in der Brust". So müsse zwar die Arbeit der Mitarbeiter bezahlt werden, aber eine Tariferhöhung sorgt letztlich auch für Mehrausgaben bei der Stadt. Bei den Haushaltplanungen für 2016 hat die Kämmerei aber eine Steigerungsrate bei den Gehältern bereits eingerechnet, berichtete sie.

Mehr Lohn für die kommunalen Bediensteten hält die Kämmerin dennoch für richtig. "Die Arbeit hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert", sagte sie rückblickend. "Weg von der leichten Bürotätigkeit hin zur selbstständigen und verantwortungsvollen Sachbearbeitung." Das müsse entsprechend entlohnt werden. Dafür habe die Stadt in den vergangenen Jahren durch Personalabbau und den Abbau von Leitungsstellen, "also durch eine flachere Hierarchie", versucht, Kosten einzusparen.

(büba)
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