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Hückeswagen
Pizzato will's noch einmal versuchen

Hückeswagen. Die oberbergische FDP wird mit der Radevormwalderin auch 2017 in den Landtagswahlkampf ziehen. Am Samstag soll die 47-Jährige auf der Kreisversammlung in Gummersbach nominiert werden. Von Stephan Büllesbach

Sie hatte eindeutig verloren, und dennoch war Annette Pizzato so etwas wie eine Siegerin. Bei der Landtagswahl 2012 holte die Kandidatin der FDP Oberberg zwar nur 4,2 Prozent der Erststimmen - den Wahlkreis Oberberg-Nord hatte erneut der Hückeswagener CDU-Landtagsabgeordnete Peter Biesenbach geholt -, landesweit hatten die Liberalen jedoch um 1,9 Prozentpunkte auf 8,6 Prozent zugelegt. Nun will die Fraktionsvorsitzende der Radevormwalder FDP bei der Landtagswahl am 14. Mai 2017 einen zweiten Anlauf unternehmen. Morgen, Samstag, stellt sie sich bei der Kreisversammlung der FDP Oberberg in Gummersbach zur Wahl. Dass die 47-Jährige die Kandidatin für Oberberg-Nord werden wird, daran gibt es kaum Zweifel.

Ihre Kandidatur ist allerdings ein wenig überraschend. Denn Radevormwald wird bei der Landtagswahl im nächsten Jahr dem Wahlkreis Remscheid zugeordnet - und für den haben die Liberalen aus den beiden Städten den Hückeswagener Jörg von Polheim nominiert. Annette Pizzato hingegen kämpft in ihrem alten Wahlkreis um Wählerstimmen, obwohl ihre Heimatstadt dem dann nicht mehr angehören wird. Doch der Vorsitzende der Kreis-FDP und der Hückeswagener Liberalen, Jörg Kloppenburg, betont: "Wir konzentrieren uns auf Annette Pizzato, weil sie den Wahlkreis bereits gut kennt und hier bekannt ist." Er umfasst die Städte Hückeswagen, Wipperfürth, Marienheide, Lindlar und Gummersbach.

Wäre es nicht einfacher gewesen, Annette Pizzato würde für die FDP in Remscheid und Radevormwald kandidieren und Jörg von Polheim für Oberberg-Nord? "Nach der verlorenen Bundestagswahl 2013 haben wir mit dem jetzigen Kandidaten für Remscheid und Radevormwald Gespräche geführt", sagt Kloppenburg, ohne dessen Namen zu nennen. Er (Jörg von Polheim; Anm. d. Red.) habe damals erklärt, sich um seine Hückeswagener Bäckerei und seinen pflegebedürftigen Vater zu kümmern. Kloppenburg zeigte sich überrascht, dass er nun als Kandidat in Remscheid /Radevormwald ins Rennen gehe.

Jörg von Polheim scheint sich aus der oberbergischen Kreispolitik zurückgezogen zu haben. So hat der Bäckermeister, der von Januar 2012 bis Oktober 2013 für die FDP Oberberg im Bundestag saß, vor einigen Wochen sein Amt als sachkundiger Bürger in zwei Kreisgremien zurückgegeben.

Annette Pizzato wird in ihrem Wahlkampf auf die Kernkompetenzen der FDP setzen; das ist allen voran die Wirtschaftspolitik. "Oberberg besteht nicht nur aus Talsperren, Wäldern und Seen, wir haben hier auch Industrie. Und da sind Weltmarktführer darunter", sagt die kaufmännische Angestellte im Pressegespräch. Düsseldorf müsse dafür sorgen, dass es in der Region genügend Industrieflächen gebe. "Was das Land zur Verfügung stellen will, reicht nicht", betont sie. Weitere Themen, der sich die Radevormwalderin annehmen will, sind die ärztliche Versorgung auf dem Land, die demografische Entwicklung und die Schulen.

Dass sie den Wahlkreis nicht gewinnen wird, weiß Pizzato. Daher hoffen sie und Kloppenburg auf eine gute Absicherung auf der Landesliste; die zog dank Überhangmandaten vor vier Jahren bis Platz 22. Ohne wäre es bis Platz 18 gegangen. Kloppenburg bemerkt aber an, auch mit Blick auf den Kandidaten für Oberberg-Süd: "Wir müssen stark kämpfen, dass wir unsere oberbergische Kandidaten unter diese 18 bekommen." Dann müsste aber auch noch das Wahlergebnis ähnlich positiv sein wie 2012.

Quelle: RP
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