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Hückeswagen
Wupperauen "ertrinken" im Dauerregen

Hückeswagen: Wupperauen "ertrinken" im Dauerregen
Nichts geht mehr an der Wupperaue - der Radweg ist in diesem Bereich, wie auch die Wiese, vollständig überflutet. Der Radweg wurde daher gesperrt. FOTO: J. Moll
Hückeswagen. Dem Sturmtief am Sonntag folgte der Starkregen am Montag und Dienstag. Mit erheblichen Folgen: In Hückeswagen trat die Wupper an vielen Stellen wieder über ihr Ufer. An den beiden Tagen fielen etwa 88 Liter auf den Quadratmeter. Von Stephan Büllesbach

Plötzlich war es Nacht geworden über Hückeswagen am helllichten Tag: Am 20. Juni 2013 brach mittags über der Schloss-Stadt ein Unwetter herein, das es in diesem Ausmaß lange nicht mehr gegeben hatte: Im Bereich der Messstelle Bever-Talsperre fielen dank einer Gewitterfront mit Starkregen in nur einer Stunde 46,8 Liter auf den Quadratmeter. Ein solches Unwetter führte das jüngste Regentief zwar nicht mit sich, doch am Montag und Dienstag kamen immerhin rund 88 Liter auf den Quadratmeter zusammen, teilte gestern Susanne Fischer, Pressesprecherin des Wupperverbands, auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Allein in diesen beiden Tagen fiel rund zwei Drittel der durchschnittlichen Niederschlagsmenge im November, die an der Messstelle Bever-Talsperre bei 127 Litern liegt. Überhaupt war der vorige Monat deutlich nasser als sonst. So waren allein bis zum 22. November an der Bever-Talsperre bereits 153 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen; im gesamten Vormonat dürfte es somit mehr als doppelt so viel geregnet haben, wie in einem normalen November.

Die Folgen des stundenlagen starken Niederschlags der vergangenen Tage waren vor allem entlang der Wupper zu sehen. Fast überall war der bergische Fluss über sein Ufer getreten. Doch Schäden richtete das Hochwasser keine an. Das liegt auch daran, dass dem Wasser in den Auenbereichen genügend Platz bleibt, wo es sich ausdbreiten kann.

Negativ ist das Hochwasser im Grunde genommen nur für Hundehalter und Radfahrer. So kann die als Hundewiese zur Verfügung gestellte Wupperaue momentan kaum genutzt werden. Und der Radweg wurde durch die Stadt gesperrt; Mitarbeiter des Bauhofs haben entsprechende Schilder aufgestellt. Zum Teil reicht das Wupper-Hochwasser bis an die Gabionenwand der Alten Ladestraße heran.

Im Bereich An der Schlossfabrik zeigt der gestiegene Wupperpegel, welche Gefahr von ihm ausgehen kann. Dort, wie auch an anderen gefährlichen Stellen, hat der Wupperverband Schilder aufstellen lassen, die das Betreten des Uferbereichs oder gar des Bachbetts bei starkem Regen verhindern sollen. Bestehe doch sonst Lebensgefahr. Dazu sagte Susanne Fischer: "Kleine Bäche oder Regenrückhaltebecken können bei Starkregen sehr schnell ansteigen." Aus Sicherheitsgründen dürfen die Uferbereiche daher nicht betreten werden.

Trotz des großen Niederschlags blieb es immerhin für die Feuerwehr ruhig: Sie musste nicht ausrücken, um voll gelaufene Keller auszupumpen. Der einzige Einsatz war am Montagabend, gegen 19.30 Uhr, als die Brandmeldeanlage des Johannesstifts ausgelöst hatte. Es war ein Fehlalarm.

Die nächsten Tage werden größtenteils bedeckt, aber trocken - so auch das Weihnachtsmarkt-Wochenende. Am Donnerstag kann es sogar sonnig werden.

Quelle: RP
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