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Jüchen
Flüchtlingsunterkunft wird jetzt gebaut

Jüchen: Flüchtlingsunterkunft wird jetzt gebaut
Oswald Duda (l.) und Harald Zllikens vor der tiefen Baugrube. FOTO: L. berns
Jüchen. In Jüchen haben die Arbeiten für ein Flüchtlingsheim mit bis zu 120 Plätzen begonnen. Das Haus ist so konzipiert, dass es zu 14 Mietwohnungen umfunktioniert werden kann. Zudem hat die Gemeinde jetzt ihr Integrationsteam aufgestockt. Von Carsten Sommerfeld

416 Asylbewerber sind der Gemeinde zurzeit zugewiesen, und in Harald Zillikens' Stimme schwingt Stolz mit, wenn er erklärt: "Wir können alle diese Menschen unterbringen, ohne Turnhallen oder Container nutzen zu müssen." Damit das so bleibt, haben am Rande von Jüchen die Arbeiten für ein 1,5-Millionen-Euro-Projekt begonnen. Die Gemeinde errichtet an der Jülicher Straße, hinter der vorhandenen Unterkunft, ein Haus mit bis zu 120 Plätzen. Die Fertigstellung der Flüchtlingsunterkunft ist für das erste Quartal 2017 vorgesehen.

Die Baugrube für das 20 mal zwölf Meter große Gebäude ist bereits ausgehoben. Das Haus mit 690 Quadratmetern Wohnfläche wird über zwei Vollgeschosse und einen Dachausbau verfügen. "Drinnen schaffen wir sieben Wohneinheiten - jeweils mit drei Schlafzimmern, Aufenthaltsraum, Küche und Bad", erläutert Technischer Dezernent Oswald Duda. Die 120 theoretisch möglichen Plätze im Haus sollen, wenn möglich, nur zu 80 Prozent belegt werden. Auch Sozialarbeiter und ein Hausmeister werden dort Büros haben. Die Gemeinde will noch ein Nachbarareal erwerben, um Spielmöglichkeiten und eine Grünanlage zu schaffen. Der Neubau ist so konzipiert, dass er für andere Zwecke genutzt werden kann, wenn er für Asylbewerber nicht mehr benötigt wird. Die Wohnungen können in jeweils zwei kleinere aufgeteilt werden, "so dass dort Menschen mit geringen Einkünften, die preiswerten Wohnraum benötigen, einziehen können", sagt Zillikens. "Wir setzen auf feste Unterkünfte statt auf Zelte, Container oder andere temporäre Lösungen, die wir nach einigen Jahren entsorgen müssten. Mit diesem Haus schaffen wir Vermögen." Der Neubau an der Jülicher Straße sei zudem die einzige größere Unterkunft der Gemeinde, "ansonsten setzen wir auf dezentrale Lösungen in angemieteten Wohnungen oder eigenen Häusern", so der Bürgermeister.

Deutlich kleiner - für jeweils bis zu 40 Menschen - sollen die Häuser ausfallen, die an der Gubberather Straße (Gierath), im Bereich Mühlenschleide/Meising-/Hamscherstraße (Jüchen) sowie "Auf dem Acker" (Bedburdyck) geplant sind. Bauentscheidungen sind nicht gefallen. "Diese Gebäude werden wir nur bei Bedarf errichten", so Zillikens. Für das Sechs-Familienhaus in Bedburdyck, das auf einem Teil einer Obstwiese geplant ist, muss der Bebauungsplan geändert werden. Gegen das Projekt hatte es Proteste gegeben. "Für den Bau müssten nur 300 bis 400 der rund 5000 Quadratmeter großen Obstwiese genutzt werden", betont Zillikens.

Die Gemeinde schafft aber nicht nur Unterkünfte, sondern hat jetzt auch ihr Integrationsteam um zwei Sozialarbeiter von der Caritas und um eine Dolmetscherin verstärkt. Mit drei Team-Kollegen beraten und unterstützen sie Flüchtlingsfamilien - vom Behördengang bis zum Bemühen, sich beruflich und finanziell auf eigene Füße zu stellen.

Quelle: NGZ
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