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Jüchen
"Helfende Hände" wollen den Alltag erleichtern

Jüchen: "Helfende Hände" wollen den Alltag erleichtern
Wollen in Jüchen das Netzwerk "Helfende Hände" aufbauen: Anja Peltzer vom Roten Kreuz und Heinz Schneider vom Caritasverband. FOTO: Lothar Berns
Jüchen. Caritas, Deutsches Rotes Kreuz und Türkisch-Deutscher Freundeskreis wollen Flüchtlinge, Senioren und Alleinerziehende unterstützen. Von Daniela Buschkamp

Wohin mit der Katze, wenn ein Krankehaus-Aufenthalt ansteht? Wer kann ins Rathaus oder auf dem Weg zum Friedhof begleiten? Wer hilft beim Zusammenschrauben vom Kleiderschrank? Wer sieht nach den Kindern, wenn die alleinerziehende Mutter zum Arzt muss? "Nicht immer gibt es Nachbarn oder Familienmitglieder, die in solchen Situationen einspringen können", sagt Heinz Schneider. Der 53-Jährige koordiniert für den Caritasverband das "Seniorennetzwerk Jüchen". Nun will er - gemeinsam mit Anja Peltzer (46) vom Kreisverband Grevenbroich des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und mit Serin Alma vom Türkisch-Deutschen-Freundeskreuz - ein neues Netzwerk mit Ehrenamtlern aufbauen: die "Helfenden Hände".

Positive Erfahrungen bringt Schneider bereits aus Dormagen mit: Dort hat er vor einem Jahr das Projekt "Helfende Hände" gestartet - und ist zufrieden mit der Resonanz. Von insgesamt 40 Ehrenamtlern kann dort Unterstützung angefragt werden.

"Wir sind sicher, dass es diesen Bedarf auch in Jüchen gibt", unterstreicht Anja Peltzer. Das Netzwerk stehe allen Hilfesuchenden offen, arbeite interkulturell und generationsübergreifend. In der Gemeinde Jüchen würden sich bereits viele Menschen in ihrer Freizeit für andere einsetzen, doch manchmal fehle eine Vernetzung. Diese soll, so Schneider und Peltzer, nun durch die "Helfenden Hände" geschaffen werden. "Wir wollen keine Konkurrenz zu den vorhandenen Angeboten sein", betont Anja Peltzer. Das Gegenteil sei der Fall: "Wir wollen dazu beitragen, die Angebote zu verknüpfen."

Wie die Arbeit der Helfer in Dormagen aussieht, erläutert Heinz Schneider: "Wir nehmen Angebote von Ehrenamtlern an, die andere unterstützen möchten." Diese werden in einer Liste mit ihren bevorzugten Einsatzgebieten geführt, etwa Hilfe für Ältere oder für Kinder, Begleitung oder leichte handwerkliche Tätigkeiten. Wer eine "helfende Hand" brauche, können sich an die Koordinatoren wenden, die dann den Kontakt herstellen würden. "Bei den Anfragen berücksichtigen wir die Entfernung", so Schneider. Weite Wege seien nicht sinnvoll.

Dabei sollen die Menschen mit "helfenden Händen" selbst nicht allein gelassen werden: "Wir schulen die Ehrenamtler, bieten regelmäßig Gesprächsrunden für sie an", sagt Anja Peltzer. Sie habe die Erfahrung gemacht, dass Menschen durch die vielfältigen Anforderungen von Beruf und Familie eher bereit seien, sich kurzfristig einzusetzen als verbindlich über eine längere Zeit.

Anja Peltzer und Heinz Schneider grenzen das neue Netzwerk klar ab: "Die Ehrenamtler ersetzen auf keinen Fall den professionellen Handwerker, die Putzfrau oder die Umzugshelfer." Arbeiten an Gas- oder Elektroleitungen, körperliche Pflege oder der Aufbau einer kompletten Küche könnten sie nicht übernehmen. Was Schneider freut: Aus manchen Helfern seien mit der Zeit richtige Freunde geworden. Dies wünscht er sich auch für das Projekt in der Gemeinde Jüchen.

Quelle: NGZ
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