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Jüchen
Schlossherbst bietet Auszeit im Park

So schön war der Schlossherbst auf Schloss Dyck
So schön war der Schlossherbst auf Schloss Dyck FOTO: Berns, Lothar
Montag und Dienstag können Besucher für den Preis von 13 Euro Eintrittsgeld mehr als 140 Aussteller und Aktionen beim Herbstmarkt im Park von Schloss Dyck besuchen und erleben. Es gibt dazu natürlich auch herbstliche Speisen. Von Rudolf Barnholt

Wenn die Stiftung Schloss Dyck zu einer Großveranstaltung bittet, dann ist schlechtes Wetter eigentlich kein Argument, zu Hause zu bleiben. Das gilt auch für den "Schlossherbst", der am Samstag bei Dauerregen eröffnet wurde. "Schloss und Park sind auch bei Regen sehr stimmungsvoll", sagt Ulla Illbruck als Mitorganisatorin. Man muss ihr Recht geben. Es sind die vielen interessanten und zum Teil sehr außergewöhnlichen Angebote in Verbindung mit der imposanten Schlosskulisse und dem tollen Park, die den Besuch zu einer echten kleinen Auszeit werden lassen – bei jedem Wetter.

Montag und Dienstag dauert der "Schlossherbst" schließlich auch noch an. Nur wenige Schritte nach dem Kauf der Eintrittskarte für 13 Euro genügen, um etwas Außergewöhnliches zu sehen zu bekommen: Hans und Lisette Janssen aus dem niederländischen Melick haben eine große Auswahl an Palmen mitgebracht. Sie verströmen das Flair warmer Länder und halten dennoch Minustemperaturen bis zu 18 Grad stand. "Unsere gut zwei Meter hohen Bonsai-Olivenbäume sind rund 140 Jahre alt", erklärt Hans Janssen. Hans-Karl Bartsch ist mit seinem "Irish Wool Shop" präsent – da sind nicht nur warme Sachen aus Irland zu haben, sondern auch eine Spezialität aus Neuseeland: "Die Pullover aus Merinowolle und dem Haar des Opossums wärmen besonders gut", erfahren interessierte Besucher.

Thomas Esser aus Bedburg bearbeitet bevorzugt altes Holz – aus alten Dielen wurde so die Silhouette des Kölner Doms. Carsten Kühne aus Sinsteden nutzt den "Schlossherbst" zur Kontaktpflege. Seine Spezialität sind antike Spiegel, die er selber restauriert und erlesene Möbelstücke, wie die Aussteuertruhe aus Böhmen, die rund 170 Jahre alt ist. "Ich bin schon als Kind unheimlich gerne hier gewesen und leiste jetzt meinen Beitrag zum Erhalt des Schlosses", sagt der 45-Jährige. Brigitte Kebrich aus Jülich allein wäre schon ein Grund, zum "Schlossherbst" zu kommen. Das Blumenmeer, das sie in fünfstündiger Arbeit arrangiert hat, sieht einfach fantastisch aus. Und sie berät die Kunden vorzüglich. Einer ihrer Tipps: "Alle Blumen, die nach der zweiten Maiwoche blühen, kann man bis zum Erdboden abschneiden - sie blühen dann noch ein zweites Mal."

Thomas Heinen aus Wegberg verarbeitet die Haut norddeutscher Bullen in seiner Manufaktur zu edlen Lederwaren. Gertrud Peltzer wird am Waffelstand des Fördervereins von Schloss Dyck auch von einer Iranerin, die bei ihr Deutsch lernt. Der würzige Geruch des herabgefallenen Laubs vermischt sich mit unzähligen Aromen, wenn man an dem kleinen Lieferwagen der Kaffeerösterei vorbeikommt, am Stand mit gebrannten Mandeln oder am Pavillon mit Käseköstlichkeiten. Geschmeide aus Edelmetall und Modisches aus Kaschmir gibt es natürlich auch. Öffnungszeiten Montag und Dienstag 10 bis 18 Uhr, Eintritt 13 Euro für Erwachsene, ermäßigt zehn Euro, Kinder sieben bis 16 Jahre 1,50 Euro.

 
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