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Jüchen
So bodenständig lebt es sich in Jüchen

Jüchen: So bodenständig lebt es sich in Jüchen
Die Generation der 40- bis 65-Jährigen steht mitten im Leben - und engagiert sich in Jüchen gern im Schützenwesen (hier Neuenhoven/Schlich). FOTO: L. Hammer
Jüchen. Rund 9400 Jüchener sind zwischen 40 und 65 Jahre alt. Nur wenige sind arbeitslos. In ihrer Freizeit pflegen viele von ihnen Traditionen. Von Christian Kandzorra

Wer 40 Jahre alt ist, steht mitten im Leben. Die meisten der rund 9400 Jüchener im Alter zwischen 40 und 65 Jahren sind berufstätig, die Arbeitslosenquote vergleichsweise gering. Erst Anfang des Monats hat die Bundesagentur für Arbeit in Mönchengladbach mitgeteilt, dass die Arbeitslosenzahlen im Rhein-Kreis Neuss und damit auch in Jüchen erneut um 0,2 Prozent auf jetzt 5,9 Prozent zurückgegangen sind. Doch was machen Jüchener eigentlich nach Feierabend? Für kaum eine Altersklasse gibt es so viele Freizeitangebote wie für die der 40- bis 65-Jährigen.

Platz eins der Freizeit-Aktivitäten der Jüchener geht klar an das Schützenwesen. An der Spitze des Bürgerschützen- und Heimatvereins steht seit diesem Jahr der 45-jährige Thomas Lindgens. Was das Schützenwesen für ihn ausmacht? "Die Kombi aus Tradition, Werten, Freundschaft, Feiern und Gemütlichkeit", sagt er ohne zu zögern. Schon mit 16 Jahren ist er in den Schützenverein eingetreten. "Mit der Zeit steigt die Verantwortung", sagt der gebürtige Jüchener, der Ende September einstimmig zum neuen BSHV-Präsidenten gewählt wurde. Er möchte das Vereinsleben für jüngere Menschen unbedingt attraktiv halten. "Das ist wichtig für die Zukunft des Vereins", meint Lindgens, der selbst sagt, dass ihn die vorherige Generation geprägt habe. Nun sei seine Generation Vorbild für die Jüngeren. "Der damit verbundenen Verantwortung müssen sich die älteren Mitglieder stellen." Darin unterscheiden sich Schützenvereine nicht von anderen. Viele haben große Nachwuchssorgen und versuchen, gegenzusteuern.

Teilweise zurückgegangen ist das Vereinsleben in den Umsiedlungsorten. Viele der Menschen im mittleren Alter, die zum Beispiel in Otzenrath, Spenrath oder Holz wohnen, haben die Umsiedlung selbst miterlebt. Einer von ihnen ist Horst Urbals, der 2003 mit seiner Frau Renate von Alt- nach Neu-Holz umsiedelte. "Eigentlich wollten wir in Holz alt werden. Doch dann mussten wir doch noch einmal umziehen", erinnert sich Horst Urbals, der damals 53 Jahre alt war. "Für manche Leute war es sicherlich härter als für uns, ihre Heimat zu verlassen. Wir waren bereits vor der Umsiedlung mehrmals umgezogen", sagt der heute 65-Jährige.

Ab und zu fahre er zur Tagebaugrube, um zu sehen, wo er früher gewohnt hat. "Natürlich haben wir inzwischen mit der Umsiedlung abgeschlossen. Aber die alte Heimat vergessen? Das kommt für uns nicht in Frage", sagt Horst Urbals, der sich auch die Koordinaten der beiden Wahrzeichen von Holz - der alten Kapelle und des Wasserturms - notiert hat. "Damit die nächsten Generationen wissen, wo die Bauwerke mal gestanden haben."

Die Generation "40 plus" prägen aber auch noch andere Dinge. Zum Beispiel das Kulturprogramm der Gemeinde. "Das spricht in erster Linie Menschen an, die das 40. Lebensjahr überschritten haben", sagt Rathaus-Sprecher Norbert Wolf, "nach oben hin gibt es keine Grenzen, rund 20 Prozent der Besucher sind im Rentenalter."

Quelle: NGZ
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