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Kaarst
Greifvögel brüten in Kaarst

Kaarst: Greifvögel brüten in Kaarst
Ulrike Silberbach mit einer eigens angebrachten Brutstätte für Steinkäuze auf der Streuobstwiese des Tuppenhofes. FOTO: L. Berns
Kaarst. Mäusebussarde, Turmfalken, Sperber, Steinkäuze und Schleiereulen – die Artenvielfalt bei den Greifvögeln ist in Kaarst relativ groß. Und das trotz der starken Landwirtschaft und den damit zusammenhängenden Pestiziden. Von Peter Böttner

Ulrike Silberbach ist gerade erst wieder aus Spanien zurückgekehrt. Eine Forschungsreise versteht sich, schließlich ist das Frühjahr für passionierte Ornithologen echte Saison. Und eine Passion sind Vögel tatsächlich für Ulrike Silberbach, die bis zu ihrer Pension am Georg-Büchner-Gymnasium in Vorst Biologie unterrichtete und zahlreiche Schülergenerationen an die Faszination der Flora und Fauna gerade vor der eigenen Haustür e herangeführt hat. Während die Kollegen des Naturschutzbundes (Nabu) gerade vor allem die wandernden Kröten im Sinn haben, plant Ulrike Silberbach bereits die erste Pirsch durch ihr Vogelrevier. Mit dem Feldstecher bewaffnet geht sie auf "Horst-Suche".

"Die Greifvögel-Population in Kaarst ist im Vergleich zu früher wieder stabil. Zwar werden immer noch sehr viele Pestizide verspritzt, aber die sind jetzt deutlich verträglicher für die Tiere", weiß Ulrike Silberbach. Während gerade die Mäusebussarde, die gerne an den Grenzen der Autobahn zu den Feldern jagen, kaum ihre Brut groß ziehen konnten, "sind die Eier mittlerweile nicht mehr so belastet", so Silberbach. Den Naturfreund freut's, denn ihn erwarten rund um Kaarst eine Vielzahl von Greifvögeln.

"Wir haben sehr viele Turmfalken. Die nisten jetzt etwa in den Kirchtürmen und sind ziemlich anspruchslos. Im Vorster Wald, in Richtung der neuen Kläranlage nistet gerade ein Bussardpärchen, in sehr niedriger Höhe. Allerdings sollte man sehr zurückhaltend sein. Gerade Bussardweibchen können aggressiv reagieren, wenn JUnge im Nest sitzen", warnt die erfahrene Biologin.

Generell sollte für alle Jogger, Radler und Naturfreunde in den nächsten Woche gelten: "Gucken ja, stören nein. Zwar sind die meisten Vögel ziemlich geduldig, doch gerade junge Elterntiere reagieren nervös – gerade auf Hunde", so Ulrike Silberbach.

Rund um den Tuppenhof hat der Nabu Kaarst ein spannendes Eulen-Projekt angestoßen. Im Dachboden des alten Bauernhofes hat sich seit dem vergangenen Jahr ein Schleiereulen-Pärchen eingenistet und steht dabei – unwissentlich – Model. Denn der Nabu beobachtet die Tiere mit einer Infrarotkamera, konnte so hautnah miterleben, wie die Eulen die Brut wegen mangelnder Nahrung abbrachen. "In diesem Jahr sind wir guter Dinge. Das Pärchen ist älter und wird jetzt erfolgreicher brüten", sagt Ulrike Kobs, Vorsitzende der Kaarster Nabu-Ortsgruppe. Auch Steinkäuze nutzen die eigens angebrachten "Brut-Röhren". "Wir wollen die Ergebnisse unserer Beobachtung bei einem eigenen Eulen-Abend Ende Mai oder Anfang Juni im Tuppenhof präsentieren", verspricht Ulrike Kobs.

Quelle: NGZ
 
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