| 18.32 Uhr

Neueröffnung in Kaarst
Ikea feiert sich selbst

Großer Andrang bei der Ikea-Eröffnung in Kaarst
Kaarst. Klatschende Ikea-Mitarbeiter standen Spalier, als am Donnerstag die ersten Kunden das neue Möbelhaus bei der Eröffnung betraten. Das Pilotprojekt gilt als nachhaltigstes Einrichtungshaus der Welt.  Von Bärbel Broer

Acht Minuten lang dauerte der Einzug der Menschentraube, nachdem sich pünktlich um 10 Uhr die Türen des neuen Ikea in Kaarst für die Kunden geöffnet hatten. Hunderte von Ikea-Mitarbeitern standen klatschend im Foyer und auf der Treppe Spalier für die zahlreichen Kunden, die als erste das nach eigenen Angaben nachhaltigste Einrichtungshaus der Welt betraten. Unter ihnen auch der gebürtige Schwede Jesper Brodin, der seit vergangenem Monat Vorsitzender der Ikea-Group ist, sowie Kai Fuhlrott, Geschäftsführer von Ikea Deutschland. Via Live-Bildübertragung konnten die übrigen der insgesamt 18.500 Mitarbeiter in den 52 anderen Ikea-Häusern in Deutschland das Event mitverfolgen.

Gänsehaut-Feeling hatte Ikea im Vorfeld versprochen und gehalten. "Für mich ist dies ein absolut emotionaler Moment", hatte Stephan Laufenberg kurz zuvor beim gemeinsamen Frühstück im Restaurant gesagt. Dort hatten sich einige hundert geladene Gäste versammelt. Feierlich oder gar steif war die Atmosphäre keineswegs, sondern – dem Image von Ikea entsprechend – locker und fröhlich.

Neuer Ikea in Kaarst ist eröffnet FOTO: Berns, Lothar

Kaarst überholt Tokio

Statt langer, ausführlicher Reden gab es launige Kurzdialoge. So wie zwischen Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Stadt, Kreis und das Unternehmen Ikea hätten es gemeinsam geschafft, nicht nur ein neues Haus zu bauen, sagte Nienhaus, sondern darüber hinaus, dass die Kunden auch verkehrstechnisch gut über die neue Brücke dahin gelangen. Sie sollte Recht behalten: Ein Verkehrschaos blieb am Donnerstag während der ersten Eröffnungsstunden zunächst aus.

Vor der Eröffnung in Kaarst: Deutschlands modernster Ikea FOTO: Woitschützke, Andreas

Bis zur Realisierung habe es zwar lange gedauert, räumte der Landrat ein, doch letztlich sei diese "Public Private Partnership" (öffentlich-private Partnerschaft) sehr erfolgreich. "Immerhin ist Kaarst mit seinen 44.000 Einwohnern jetzt Welthauptstadt von Ikea", sagte Petrauschke.

In der Tat: Ursprünglich hatten zwei nachhaltige Ikea-Häuser weltweit gebaut werden sollen – eins in Kaarst, eins in Tokio. Die Planungen in Japan liegen derzeit auf Eis. "Aber in Kaarst hat es geklappt", sagte Johannes Ferber, Expansionschef Ikea Deutschland. Wie erleichtert, aber auch wie fröhlich die Konzernführung darüber ist, zeigte sich im launigen Dialog zwischen ihm und dem Deutschland-Chef Fuhlrott. "Viele Jahre lang wurde dieses Haus geplant. Jetzt bin ich erst seit drei Monaten im Amt und ich darf es mit eröffnen", so der Geschäftsführer.

Ikea Kaarst: So sieht es im alten Möbelhaus aus

"Die Nerven lagen auch mal blank"

Manches Mal habe man gezittert, ob der Termin zum 12. Oktober auch tatsächlich zu halten sei, gab Ferber zu. "Die letzten Wochen waren spannend und die Nerven lagen auch mal blank", sagte er. So habe erst am Montag die endgültige Abnahme durch die Behörden erfolgen können. Doch aufgrund der hervorragenden Zusammenarbeit mit allen Beteiligten – Installateuren, Lieferanten, Handwerkern, Feuerwehr, Verwaltung und Ikea-Mitarbeitern – habe letztlich alles geklappt, lobte er.

"Jetzt haben wir in Kaarst den besten und wichtigsten Store der Ikea-Welt", sagte Ikea-CEO Brodin auf Englisch. Seine Begeisterung war ansteckend: Als er die geladenen Gäste zur "rocket" aufforderte, folgten ihm alle, standen auf und zündeten klatschend im La-Ola-Stil die "Rakete" zur Eröffnung.

 
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