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Kaarst
Logistiker zieht von Kaarst nach Krefeld

Kaarst: Logistiker zieht von Kaarst nach Krefeld
Die VGG Handels AG hat ihren Kaarster Unternehmenssitz an der August- Thyssen-Straße. FOTO: Lothar Berns
Kaarst. Die Schweizer VGG Handels AG hat ihren Deutschlandsitz mit 80 Mitarbeitern in Kaarst. Ihre Standorte will sie demnächst in Krefeld konzentrieren. Von Norbert Stirken und Julia Hagenacker

Das Schweizer Logistikunternehmen VGG Handels AG mit Deutschlandzentrale in Kaarst baut im Krefelder Hafen eine 70 000 Quadratmeter große Lagerhalle und ein Verwaltungsgebäude. In einem zweiten Schritt wolle es seine sechs Außenlager und weitere Außenstandorte in Kaarst, Haiger und Rietberg in Krefeld konzentrieren, erklärte Martin Lentz von der VGG Handels AG gestern auf Anfrage unserer Redaktion. In Kaarst sind derzeit 80 Mitarbeiter beschäftigt. Einen konkreten Zeitplan, wann das Unternehmen um- und damit aus Kaarst wegziehe, gebe es derzeit noch nicht, sagte Lentz.

VGG bezieht sogenannte Weiße Ware (Kühlschränke, Waschmaschinen, Wäschetrockner) aus Ostasien, Türkei und Weißrussland und versorgt damit die großen Handelshäuser. Der erste Spatenstich soll laut Lentz im Juli erfolgen. Die Baugenehmigungen lägen bereits vor. Die Elemente für die Hallen würden bereits vorproduziert. Die Montage sei in 35 Wochen erledigt, so dass mit der Fertigstellung im Sommer 2016 zu rechnen sei.

Der Rheinhafen in Krefeld verkündet mit der Ansiedlung von VGG - nach der von Bauhaus, die dort ein Zentrallager für Europa errichten wollen - den zweiten große Coup innerhalb nur weniger Wochen. Hinter den Kulissen war bis zur Spruchreife lange an den Vorhaben gearbeitet worden. Mehr als 110 000 Quadratmeter Grundstücksfläche werden für die Neuansiedlung der VGG Handels AG benötigt, zudem soll der Import von Elektrogeräten über ein naheliegendes Containerterminal abgewickelt werden - Anforderungen, die mittlerweile in dieser Dimension nur noch schwer zu erfüllen sind. Die freien Grundstücksareale im Rheinhafen Krefeld bedienten diese Anforderungen, denn neben auskömmlichen Flächenreserven am südlichen Wendebecken stehe am Hafenkopf ein Containerterminal zur Verfügung, über das der notwendige logistische Vorlauf optimal organisiert werden könne, berichtet Sascha Odermatt, Geschäftsführer der Hafen Krefeld GmbH & Co KG.

Besonders zu erwähnen sei, dass zur Umsetzung des Projektes Grundstücke der Südhafen GmbH (Duisburger Hafen AG) und der Hafen Krefeld GmbH & Co. KG gemeinsam vermarktet werden. Zuvor mussten jedoch die auf den entsprechenden Grundstücken lagernden Riesenmengen an Hüttensand verlagert werden.

Mit der Inbetriebnahme der VGG-Logistikhallen geht eine intensive Hafennutzung einher. Die über das Terminal am Hafenkopf umgeschlagenen Importcontainer werden vom Hafenkopf über die Bataverstraße und die neue Hafenringstraße zur Anlage verbracht. Dort erfolgt dann die Lagerung und Kommissionierung. Die Auslieferung an die Kundschaft ist im Straßentransport vorgesehen. Mit Errichtung der Logistikimmobilie und organisatorischer Konsolidierung der Unternehmensgruppe werden insgesamt 250 Arbeitsplätze in die Seidenstadt verlagert. "Wir werden am neuen Standort in Krefeld effizienter und schneller und können unseren Kunden mehr Service bieten", sagt Lentz.

Die Logistikimmobilie wurde, ausgehend von der konstanten Geschäftsentwicklung und nachhaltigen Wachstumsplänen des Unternehmens, so dimensioniert, dass sie auch langfristig ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Rund ein Drittel der Logistikfläche soll deshalb zunächst für einen Zeitraum von fünf Jahren an Unternehmen vermietet werden, die in das Hafenkonzept passen. Die Auswahl geeigneter Unternehmen erfolgt in enger Abstimmung mit dem Rheinhafen Krefeld.

Mit der Planung der Immobilie wurde die duisport consult GmbH beauftragt, eine Tochtergesellschaft der Duisburger Hafen AG, die auf eine langjährige Erfahrung bei der Realisierung vergleichbarer Logistikprojekte zurückgreift. Die Stadt Krefeld und der Rheinhafen Krefeld begleiten und unterstützen dabei die Planungs- und Genehmigungsprozesse des Investors.

Quelle: NGZ
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