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Kamp-Lintfort/Rheinberg
Unesco-Gesamtschüler sind jetzt Junior-Coaches des DFB

Kamp-Lintfort/Rheinberg. Neuntklässler können jetzt Arbeitsgemeinschaften leiten, in einem Verein aktiv werden oder die Trainer-C-Lizenz erwerben. Von Peter Gottschlich

Gesamtschüler aus Kamp-Lintfort und Rheinberg gehören landes- und bundesweit zu den ersten, die eine DFB-Junior-Coach-Ausbildung besuchten. "Das war im Schuljahr 2014/2015", blickt Norbert Giesen zurück. "Mittlerweile beteiligen sich 139 Schulen in ganz Deutschland." Der Leiter der Rheinberger Europaschule wusste frühzeitig von diesem Projekt, da er Mitglied der Kommission Schulfußball des Deutschen Fußballbundes ist. Außerdem ist er Vorsitzender der Kommission Schulfußball des Fußballverbandes Niederrhein. So stellte er den Kontakt zwischen der Rheinberger Europaschule sowie der Kamp-Lintforter Unesco-Schule und dem Deutschen Fußballbund her. Mittlerweile ist die dritte Runde dieses Projektes abgeschlossen. Gerade haben 22 Schüler, die die Ausbildung abgeschlossen haben, in Kamp-Lintfort ein Zertifikat erhalten, zwölf davon Unesco-Schüler und zehn davon Europaschüler.

In 40 Schulstunden erlernten Neuntklässler bei der DFB-Junior-Coach-Ausbildung die Grundlagen des Fußballtrainings. Sie erfuhren, wie sich Kinder entwickeln und wie ein Training für Bambini aussehen kann. Sie planten eine erste Einheit und spielten diese selbst durch. "Sehr früh setzt die Praxis ein", berichtete Michael Deininger, der als Sportlehrer der Unesco-Schule die Schüler zu DFB-Junior-Coaches ausgebildet hat. Die Kicker, die zwischen 14 und 16 Jahren alt sind, lernten einiges über über die Rolle eines Trainers. Sie hörten von den Grundlagen, Konflikte zu erkennen und zu entschärfen. Ferner lernten sie Grundlagen des Konditionsaufbaus und der Trainingsmethodik. So konnten sie sie eine Trainingseinheit planen und mit Bambini ausprobieren. Die beiden Gesamtschulen organisieren die 40 Einheiten unterschiedlich. "Wir teilen sie auf das gesamte Schuljahr auf", berichtete Florian Gaußmann, der als Sportlehrer der Rheinberger Europaschule die Schüler ausbildet. "In Kamp-Lintfort findet die Ausbildung an fünf Tagen einer Woche statt." Für rund die Hälfte der Schüler, von der wiederum ein Viertel Mädchen sind, ist mit dem Zertifikat Schluss. Für die anderen geht es weiter. Zum Beispiel schließen sie sich einem Fußballverein an, um dort zu spielen oder zu trainieren. Oder sie übernehmen in den Schulen Fußball-AG. "Vier Schüler vom zweiten Durchgang sind jetzt in Fußball-AG aktiv", sagte der Kamp-Lintforter Schulleiter Jürgen Rasfeld. "Das ist ehrenamtliches Engagement in jungen Jahren, das die Schule entlastet."

Quelle: RP
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