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Gemeinde Grefrath
Der amerikanische Traum

Gemeinde Grefrath: Der amerikanische Traum
Glänzende Karossen, wohin das Auge auch schaute. Hinzu kam ein attraktives Rahmenprogramm mit zahlreichen Höhepunkten. FOTO: wolfgang kaiser
Gemeinde Grefrath. Bei der US-Car & Bike-Show kamen die Freunde edlen Chroms voll auf ihre Kosten. Sie waren entsprechend gekleidet, die Elvis-Tolle ist wieder schwer im Kommen. Von Willi Schöfer

Unendliche Weite und grenzenlose Freiheit. Daran denken viele, die schon einmal in den Vereinigten Staaten, so auf der Route 66, unterwegs waren. Und wenn viele die große Tour aus welchen Gründen auch immer, nicht schaffen, bleibt dieser Traum. Dies zeigte sich jetzt einmal mehr: als es am Eisstadion die 12. US-Car & Bike Show gab. "Ich muss da unbedingt mal hin", sagte die 34-jährige Babara. Sie war mit ihren Freundinnen in bunten Petticoats aus Erkelenz gekommen. Die Mädels interessierten sich erst einmal und speziell für einen Tanzkurs, wollten den "Rockabilly-Jive" erleben.

Andere wollten durch ihre Karossen auffallen. Mit den auf Hochglanz polierten Cadillacs, den Mustangs oder den Harleys. Unter der Zeltkuppel im Eisstadion war einmal mehr der rote Teppich ausgelegt, gab es sogar eine kleine Tribüne, als mit Gebrüll die Hot Rods oder die Pick Ups hereinrollten. Dazu gab es Modenschauen, zeigten sich unter anderem Nicole oder Ramona in Maddison- oder Flamingo-Kleidern. Natürlich gehörte der Kamm für die Elvis-Tolle auch dazu. Draußen im Barber-Shop konnte man sich entsprechend stylen lassen.

Gerade hatten die Veranstalter, mit Günther Zaluskowski und seinem Sohn Lars an der Spitze, das Event freigegeben, als den ganzen Tag über die Fahrzeuge eintrafen. Schnell hatten sich die Freaks gefunden, die sich nahezu jeden Monat irgendwo anders in Deutschland treffen.

Aus Viersen waren die Eheleute Andreas und Heike Baranek mit ihrem hellblauen Mercury Grand Marquis da, Baujahr 1976, 7,5 Liter. "Es gibt nichts Schöneres, als damit durch die Landschaft zu cruisen", sagt Andreas. Wie viel Sprit verbraucht der Wagen? "Zwischen 14 und 26 Liter, wenn man gemäßigt wird, geht's", ist die Antwort. "Bei uns war meine Frau Andrea die treibende Kraft, wollte den unbedingt haben", erzählt der Straelener Volker Gutzki. Das Paar fährt die Königsklasse: einen Ford Lincoln Continental, Baujahr 1979. Der Straßenkreuzer mit einer Länge von etwa 5,90 Meter passt in keine herkömmliche Garage. Hingegen will ein 52-Jähriger seinen Chevrolet K 5 Blazer, Baujahr 1976, verkaufen. "Den werde ich heute oder morgen für 16.500 Euro los, kaufe mir dann von dem Geld einen Chevrolet G 20, da ist innen mehr Platz, wie bei einem Wohnmobil", ist er zuversichtlich.

Draußen und drinnen gibt es Angebote zuhauf. Es gibt zahlreiche Shops mit Ersatzteilen, Kleidung, Pins, Schallplatten oder einige Saloons. Whisky in allen Lagen und auch feste Nahrung, vom 08/15-Burger für fünf Euro bis zu den Spareribs für den Zehner. Sogar echte Jukeboxen und Flipper-Automaten können neben den verschiedensten Deko-Stücken erworben werden.

Dutzend von Airbrush-Künstlern aus ganz Europa zeigen ihre gesprühten Kunstwerke auf Leinwänden, Autos oder Motorrädern. Reiseveranstalter wollen die Gunst der Stunde nutzen und bieten organisierte US-Touren in jedwede Richtung an. Die Zuschauer sind begeistert. "Schon als Kind habe ich alles aufgesogen, was aus den USA kam, das fing mit Auto-Quartetts oder US-Fernsehserien an", meint ein 54-Jähriger aus Nettetal, der staunend vor einem roten Mustang steht. Draußen zeigen auf abgesperrtem Gelände einige Stuntfahrer Kunststücke, laden auch die Schaulustigen zu einem speziellen Krafttraining ein. Verschiedene Bands und Einzelinterpreten, wie Junior Marvel aus den Niederlanden oder "The WyattChristmas Five", sorgen für den fetzigen Ton.

Quelle: RP
 
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