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Stadt Kempen
Erste Hilfe für die Fremden

Stadt Kempen: Erste Hilfe für die Fremden
In lockerer Runde fand das Begegnungscafé im evangelischen Gemeindezentrum statt. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Zum zweiten Mal fand im evangelischen Gemeindezentrum in Kempen ein Begegnungs- und Beratungscafé für und mit Flüchtlingen statt. Mit der Resonanz waren die Veranstalter sehr zufrieden. Von Silvia Ruf-Stanley

Mit dem Besuch beim zweiten Begegnungs- und Beratungscafé konnten die Veranstalter der evangelischen, katholischen und muslimischen Gemeinden sowie des Arbeitskreises Asyl und Menschenrechte sehr zufrieden sein. Es waren sowohl Flüchtlinge als auch Kempener Bürger gekommen.

Schnell fanden die Besucher bei Kaffee und Kuchen zusammen. Erleichtert wurde die Kontaktaufnahme schon dadurch, dass jeder gleich beim Hereinkommen ein Namensschild erhielt. Besonders freute sich Karin Darkwah-Oppong vom Arbeitskreis Asyl und Menschenrechte (AKAM), dass wie versprochen, fünf Helfer aus der Runde der Flüchtlinge schon eine Stunde vor Beginn zum Helfen kamen. Denn langfristig sollen sich möglichst viele Asylbewerber in die Arbeit beim Café einbringen.

Das findet auch Michael Stoffels, ebenfalls vom AKAM. Flüchtlinge sollen hier eine Möglichkeit finden, aus der Passivität in ihren Unterkünften herauszukommen. Er bemerkte schon bei der Premiere vor gut zehn Tagen, dass sich schnell ein Solidaritätsgefühl entwickelte. Denn schließlich sind alle Asylbewerber in der gleichen Situation. Und so können sie nicht nur Kontakt mit Menschen aus dem gleichen Herkunftsland aufnehmen, sondern sich auch gegenseitig helfen. Egal ob es um ganz praktische Hilfe beim Einrichten einer Wohnung oder Tipps fürs Einkaufen geht.

Das können aber auch Hinweise für den Umgang mit Behörden sein. Denn, das sagen Stoffels und Darkwah-Oppong ganz klar, hier haben viele Flüchtlinge noch einmal einen großen Erfahrungsvorteil. Den wiederum auch die Helfer aus den Gemeinden und vom AKAM gerne nutzen. Bereits in seiner Begrüßung hatte der evangelische Pfarrer Michael Gallach darauf hingewiesen, dass der Nachmittag der Begegnung und zum Kontakte knüpfen, aber eben auch der gegenseitigen Beratung dienen sollte. Wobei er vorsorglich darauf hinwies, dass die Beteiligten keine Rechtsanwälte wären, sondern nur aus ihren vielen Erfahrungen schöpfen könnten. Gallach berichtete auch, dass er mittlerweile auf Wunsch einiger Besucher Bibeln in englischer und arabischer Sprache angefordert hat. Aber hier bräuchten gerade die arabischen Gäste etwas Geduld, da zur Zeit die Bestände der Bibelgesellschaft aufgebraucht seien.

Während die Erwachsenen die Café-Atmosphäre genossen, spielte und malte eine ganze Schar Kinder in einem Nebenraum. Eine gute Gelegenheit für Frauke Marwedel auf ein weiteres Angebot aufmerksam zu machen. Ab kommenden Donnerstag, 5. November, gibt es für Flüchtlinge mit Kleinkindern bis drei Jahren einen Babytreff in den Räumen der Spielgruppen an der Fröbelstraße 2. Von 15 bis 16.30 Uhr können sich hier Eltern mit Babys in zwangloser Runde treffen. Auch hier geht es um Erfahrungsaustausch. Und mithilfe von Bilderbüchern wird vielleicht auch das eine oder andere Wort Deutsch gelernt, hofft Frauke Marwedel. Inzwischen hat sich auch eine englischsprachige Studentin gefunden, die bei Sprachproblemen hilft.

Quelle: RP
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