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Stadt Kempen
Paterskirche: Alte Musik für Orgel und Choralschola

Stadt Kempen. Wie an einem ersten Adventssonntag kaum anders zu erwarten, waren Kempens Straßen voller Menschen. Dass allerdings zu einem Orgelkonzert in der Paterskirche 150 Zuhörer kommen würden, war dann doch eine freudige Überraschung.

Als der Kempener Christian Gössel im vergangenen Jahr seine Stelle als Organist der Propsteikirche antrat, gründete er eine Choralschola mit rund zehn Männerstimmen. Die machte es jetzt möglich, eine alte Tradition aufzugreifen, die Alternatim-Praxis. Die erfreute sich in der europäischen Kirchenmusik vom 17. bis zum 19. Jahrhundert großer Beliebtheit. Es wird dabei abwechselnd ein Vers der Liturgie einstimmig von der Schola gesungen, ein anderer von einem Instrumentalensemble oder wie hier von einer Orgel gespielt. Die einzelnen Verse sind mitunter recht kurz.

Der Wechsel zwischen Orgel und Schola wirkte durchaus belebend. Drei Werke alter Meister des Vorbarock wurden authentisch vorgetragen. Nach der "Toccata noni toni" des Brüsseler Organisten und Komponisten Peeter Cornet waren noch zwei Werke des Hallensers Samuel Scheidt, "Veni Redemptor gentium" und "Magnificat 4. Toni" zu hören.

Als Organist war ein Fachmann für alte Musik gekommen, der Belgier Arnaud Van de Cauter, von Beruf unter anderem Professor für Orgel am Königlichen Konservatorium in Lüttich und Organist der Kirche Notre Dame au Sablon in Brüssel. Seine Kompetenz konnte er über die Alternatim-Einsätze hinaus mit Dietrich Buxtehudes Passacaglia (BuxWV 161) und Werken von Johann Sebastian Bach unter Beweis stellen.

Bachs Choral "Nun komm der Heiden Heiland" wurde a cappella von der Schola vorgetragen und von zwei ganz unterschiedlich konzipierten Choralvorspielen eingerahmt. Unruhige Umspielungen und fugierte Einsätze sind für das Vorspiel BWV 659 charakteristisch, eine weit ausladende Melodieführung für BWV 660. Frisch und munter erklang zum Abschluss noch Bachs Praeludium BWV 541, lebendig und präzise die dazugehörige Fuga in G. Herzlicher Beifall galt allen Mitwirkenden und der durchdachten Konzeption des Konzerts.

(-tr)
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