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Stadt Kempen
"Weiße Rose" ein Vorbild für junge Menschen

Stadt Kempen: "Weiße Rose" ein Vorbild für junge Menschen
Eröffneten gestern die Ausstellung über die "Weiße Rose" im Kulturforum (von links): Volker Rübo, Klaus-Peter Hufer, Roland Kühne, Je-yaratnam Caniceus, Hans Ferber und Alice Alves Poira. FOTO: Kaiser
Stadt Kempen. Im Kempener Kulturforum wurde gestern zum Auftakt der Interkulturellen Woche eine Ausstellung über die Widerstandsgruppe "Weiße Rose" eröffnet. Sie ist bis 23. Oktober zu sehen. Von Silvia Ruf-Stanley

Es war ein eindrucksvoller Vormittag gestern in der Paterskirche. Zu Beginn der Interkulturellen Woche, organisiert vom Arbeitskreis Multikulturelles Forum, wurde die Ausstellung "Weiße Rose" eröffnet. Grünen-Ratsherr Jeyratnam Caniceus hatte die Ausstellung, die bundesweit gezeigt wird, nach Kempen geholt. Durch alle Wortbeiträge schwang an diesem Morgen die Mahnung mit, den Gedanken der Gruppe "Weiße Rose", nämlich die Zivilcourage gegen Unrecht, auch heute weiter zu leben.

Bürgermeister Volker Rübo betonte, dass die Ausstellung so aktuell wie nie zuvor sei. Junge Menschen, die noch so viel hätten erreichen können, ließen viel zu früh ihr Leben für die Verteidigung eines Lebens in Freiheit. Gerade heute sei es wichtig, Vorurteilen mit Argumenten entgegenzutreten, meinte der Bürgermeister. "Begegnen Sie den dummen und dumpfen Worten", appellierte er.

Das nahm auch Alice Poeira, Sprecherin des Multikulturellen Forums, auf. "Es reicht, sage auch ich und viele andere meinen das auch", widersprach sie der Fremdenfeindlichkeit. Caniceus erklärte, auch die Gruppe der "Weißen Rose" sei ein Symbol für Zivilcourage. Diese habe Zeichen gesetzt für das Bekenntnis zur Demokratie. Dabei erinnerte er mit einem Zitat von Thomas a Kempis: "Man wird uns nicht fragen, was wir gelesen haben, sondern was wir getan haben." Er ermahnte besonders junge Menschen, sich für demokratische Werte einzusetzen.

Dass dies geht, zeigten angehende Erzieherinnen des Rhein-Maas-Berufskollegs Kempen gemeinsam mit Pfarrer Roland Kühne. Sie hatten sich im Unterricht mit den Texten der Flugblätter, die die Geschwister Scholl und ihre Freunde unter Lebensgefahr während der Nazi-Zeit in München verteilt hatten, auseinandergesetzt. Dabei haben die Berufsschülerinnen festgestellt, dass die Texte jetzt wieder "brandaktuell sind", wie Kühne sagte. Daraus entstand ihr Appell ans Publikum: "Seht immer wieder genau hin und empört Euch!" Junge Frauen, im Alter von Sophie Scholl, drückten das aus, was ihrer Altersgenossin seinerzeit den Tod gebracht hatte.

Zuvor hatte Professor Dr. Klaus-Peter Hufer einen kurzen Abriss der Geschichte der Widerstandsbewegung "Weiße Rose" gegeben. Er erzählte von jungen Menschen, gebildet und voller Ideale, die am Hitlerregime verzweifelten, und etwas dagegen tun wollten. Hufer sagte auch, dass heutzutage Zivilcourage weniger risikoreich als damals wäre. Er erinnerte an die stillen Helden, die zum Beispiel Juden versteckt hätten. Er mahnte, heute genau hinzuschauen, wenn Übergriffe auf Flüchtlinge gemeldet würden.

Quelle: RP
 
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