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Kevelaer
Bürgerantrag soll die Sauna retten

Kevelaer: Bürgerantrag soll die Sauna retten
Das Hallenbad soll um ein Becken erweitert werden. FOTO: Evers
Kevelaer. Das Hallenbad in Kevelaer soll ein weiteres Becken bekommen. Im Zuge des Umbaus soll die Sauna weichen. Dagegen wehren sich die Saunabesucher. Sie haben einen Bürgerantrag eingereicht, um die Politik umzustimmen. Von Sebastian Latzel

Der Saunaförderverein kämpft weiter um den Erhalt der Anlage auf der Hüls. Wie berichtet hat der Verein einen Bürgerantrag gestellt. Mit dieser Eingabe kommt das Thema noch einmal auf die Tagesordnung im politischen Raum. Am Dienstag, 16. Mai, wird sich der Haupt- und Finanzausschuss damit beschäftigen. Es ist davon auszugehen, dass wieder viele Unterstützer der Sauna zur Sitzung kommen, um dadurch auch sichtbar ein Zeichen für ihre Sache zu setzen.

Der Bürgerantrag In dem Bürgerantrag erläutert Dieter Wangert, Vorsitzender des Saunafördervereins, dass man die von der Verwaltung angeführten Kosten von 300.000 bis 500.000 Euro zum Erhalt der Sauna nicht nachvollziehen könne. Das Argument, dass das Blockheizkraftwerk (BHK) die hohen Stromverbräuche der Sauna nicht mehr bedienen könne, wenn das Mehrzweckbecken hinzukomme, sei falsch. Richtig sei, dass die Sauna nicht nur vom BHK beliefert wird, sondern auch über ein Umspannwerk des RWE vom Schulzentrum. "Die Sauna selbst könnte kostenneutral für die Stadt, also mit 0,00 Euro zusätzlichen Kosten auch in Zukunft weiter betreiben werden", schreibt Wangert.

Der Vorschlag Vorschlag des Fördervereins ist, im Zuge der Erneuerung des Wasser-Leitungssystemes des Hallenbades die Sauna abzukoppeln. Durch die Trennung würden zwei eigenständige Versorgungssysteme entstehen. Die Leitungen in der Sauna könnten bestehen bleiben, ergo müsste keine Komplettsanierung erfolgen. Für die Sauna würde es reichen, nur die Anschlüsse der Versorgung zu trennen und eine eigene Energieversorgung anzuschließen.

FOTO: Seybert Gerhard

Es reiche, wenn eine Gastherme mit Warmwasserpumpe und Pumpe installiert werde. Diese Art der Versorgung habe es schon vor Jahren gegeben, als das Hallenbad renoviert wurde. Damals habe es während der mehrwöchigen Phase keinerlei technische Komplikationen gegeben. Man habe bereits Gespräche mit Meisterbetrieben für Sanitär und Heizung geführt. Man gehe davon aus, dass man bei den Kosten für den Erhalt der Sauna deutlich günstiger liege. Wangert schreibt von 50.000 bis 70.000 Euro. Inzwischen hat es auch einen Ortstermin mit Vertretern von Stadt und Rat in der Sauna gegeben.

Das sagt die Stadt Von Seiten der Stadt wird ausgeführt, dass aufgrund der notwendigen Umbaumaßnahmen für das Mehrzweckbecken ein Schließen der Sauna erforderlich sei. Das installierte Blockheizkraftwerk reiche nicht aus. Die Anlage sei aktuell bereits zu 100 Prozent ausgelastet. Auch die Trafostation am Schulzentrum helfe da nicht. Die sei aktuell bereits auch ausgelastet und habe keine Kapazitäten für den Energieaufwand des neuen Mehrzweckbeckens. Zum Vorschlag, die Leitungssystem von Hallenbad und Sauna zu trennen, erläutert die Verwaltung, dass das bereits vorgesehen sei. Die Aussage, die Sauna könne mit den vorhandenen Leitungen bestehen bleiben, sei falsch. Aufgrund der umfangreichen Arbeiten müsse ein Antrag beim Gesundheitsamt zur Trinkwasserversorgung eingereicht werden, da es sich um ein öffentliches Gebäude handelt. Das Gesundheitsamt habe bestätigt, dass eine Wiederinbetriebnahme nur unter Berücksichtigung der aktuellen Vorschriften erfolgen kann.

Das sagt der Bürgermeister Er könne nachvollziehen, dass die Saunafreunde für den Erhalt der Anlage kämpfen, so Bürgermeister Dominik Pichler. Aber die Entscheidung sei bereits vor eineinhalb Jahren gefallen. Die Fördermittel für das Mehrzweckbecken seien beantragt, die Architekten beauftragt, die Kündigung ausgesprochen. "Der Zug rollt. Ihn aufzuhalten, wird schwer und der Flurschaden wäre enorm", sagt Pichler. Ein Weiterbetrieb der Sauna zum Nulltarif wäre nur möglich, wenn das neue Becken nicht gebaut wird.

Quelle: RP
 
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