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Kleve
800 tiefe Löcher für Hochschule

Der Bau der Hochschule Rhein-Waal - ein Millionenprojekt bis 2012
Der Bau der Hochschule Rhein-Waal - ein Millionenprojekt bis 2012 FOTO: Gottfried Evers
Kleve. Der nächste Bauabschnitt bei der Errichtung der Hochschule Rhein-Waal steht bevor. Auf 800 Pfählen wird der Bau demnächst stehen. Diese werden acht Meter tief im Erdreich rund um den Hafenspeicher versenkt. Von Matthias Grass

Auf 800 Pfählen ruht der Bau der Hochschule Rhein-Waal. 800 Pfähle, die sieben bis acht Meter in die Tiefe reichen und die künftigen Gebäude der Fachbereiche und das große Campus-Forum mit seinen über 20 Meter großem Baukörper tragen werden. Die 800 Betonpfähle werden 15 Großbauten und diverse kleinere Bauten tragen müssen. Diese Gründungen ins nasse Erdreich zu treiben, ist der nächste große Schritt beim Bau der Hochschule Rhein-Waal (HRW).

"80 Prozent der Bauvorbereitungen sind abgeschlossen – wir liegen gut im Zeitplan", sagt Gerhard Koenen, Geschäftsführer der Kreis Klever Bauverwaltungsgesellschaft, die die Hochschule für den Kreis hochzieht. Das Bohrfeld für die Pfahlgründungen steht, die Zeichnung mit dem Achsenraster, wo die Pfähle gegründet werden, ist fertig. Am Montag, 15. März, beginnen die Sondierungsbohrungen. Die werden exakt an den Stellen in den Boden getrieben, an denen später die Pfahlgründungen gebohrt werden. Während die Löcher für die Pfahlgründungen einen Durchmesser von 80 Zentimetern haben, werden die Sondierungsbohrungen nur acht Zentimeter breit – beide Bohrungen reichen aber sieben bis acht Meter ins Erdreich.

Auf Bomben achten

Die Sondierung ist nötig, um den Untergrund zu prüfen. "Wir werden ganz langsam herunter bohren", erklärt Koenen. Stößt der Bohrer dabei auf Widerstand, werden Sonden in das Bohrloch hinabgelassen: Sie sollen messen, ob Stahl oder Beton, vielleicht auch ein altes Fundament im "Weg" ist. Ist es Eisen, muss die Stelle ausgegraben werden. Es könnte eine Bombe dort liegen. "Wir haben hier gefährliches Terrain, müssen mit Bomben auf dem Weltkrieg rechnen", sagt Koenen. Während dieser Sondierung wird der Auftrag für die eigentlichen Pfahlbohrungen vergeben. "Wir wissen deshalb noch nicht, mit welcher Technik die Pfähle erstellt werden", sagt Koenen. Da man schon nach zwei Metern "im Wasser steht", bleiben zwei Möglichkeiten: Man bohrt mit Stahlrohren, die dann, während sie mit Beton gefüllt werden, wieder herausgezogen werden. Oder man setzt "Verdrängungspfähle" – die werden durch Rammen, Rütteln, Einpressen oder Eindrehen hergestellt, ohne dass Boden ausgehoben werden muss, erklärt der Baufachmann. "Hier sind wir mitten im Vergabeverfahren", sagt Koenen. Die Bohrungen werden in vier bis sechs Wochen abgeschlossen sein. Anfang Mai sollen dann die Bodenplatten gegossen werden. Die Arbeiten dazu werden in der kommenden Woche ausgeschrieben, sagt Koenen. Dann folgt die Ausschreibung der Gerüste für die künftigen Hochbauten.

Von Pfusch wie beim Kölner Straßenbahnbau will Koenen nichts wissen: "Wir passen sehr gut auf – nicht erst seit Köln", sagt er lachend. Allerdings hat der Bau der Hochschule eine Größenordnung, an deren Ausschreibung sich auch Großunternehmen wie Hochtief oder die U-Bahn-Bauer Bilfinger&Berger teilnehmen.

Internet: Mehr zum Thema Hochschule unter www.rp-online.de/kleve

Quelle: RP
 
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