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Kreis Kleve
Kinder-Uni: Mit der Sprache der Musik leichter lernen

Kreis Kleve. Man muss nicht träumerisch veranlagt sein, um zu akzeptieren, dass es eine "Sprache der Musik" gibt. Wer je einen Kinofilm gesehen oder einen Werbe-Jingle gehört hat, weiß, wie viel besser Inhalte Herz und Hirn erreichen, wenn sie musikalisch unterlegt sind. Darum ging es in der Vorlesung der Kinderuni an der Hochschule Rhein-Waal: Manfred Hendricks, Leiter der Gaesdoncker Musikschule und Musikbeauftragter der Klever Hochschule, hatte die im Schnitt acht- bis elfjährigen Hörer eingeladen, sich mit ihm auf die Reise in die Welt der Töne zu begeben. Sehr viele Schüler aus den Kommunen des Kreises folgten dem Aufruf. Viele mit den Eltern, einige auch in fast kompletter Klassenstärke.

Dass es an der Hochschule einen Musikbeauftragten gibt, ist durchaus interessant, denn das Fach Musik wird nicht unterrichtet. "Die Kollegen wissen aber, dass vieles mit Musik besser geht, und das Lernen ganz besonders", erklärte Hendricks. Er ermutigte die Jungen und Mädchen, selbst ein Instrument zu lernen, im Chor zu singen und all die musikalischen Angebote zu nutzen, die es im Kreis gibt - von den Musikschulen bis hin zu den Konzerten, die von der Stadt Kleve und vielen anderen Veranstaltern angeboten werden.

Dann ging's aber gleich in die Praxis, es gab Hörproben auf dem Flügel: Welche Töne stören bei der angespielten Mozart-Sonate, welche Gefühle spricht eine Melodie in Dur oder Moll von Beethoven an, wie kommt eine rasche oder betont langsame Tonfolge rüber? Und was blüht mutmaßlich dem Fuchs im Naturfilm, wenn die musikalische Unterlegung tiefer wird, Pausen die Aufmerksamkeit des Zuhörers verlangen, Misstöne erklingen? Wir sehen den hungrigen Luchs schon heran schleichen.

Dank auch an Till Schweiger: Zu seiner Film-DVD "Barfuß" gibt es einen eingelegten Klaviernoten-Zettel. Die Kinder hörten, von Hendricks am Flügel unterstützt, die Füße durch die Lande eilen. Eine schnell aufsteigende Tonfolge gibt es nicht nur bei Bach, sondern auch in vielen Zeichentrickfilmen.

Noch etwas zum Bedenken der Eltern: Es gibt Studien, die beweisen, dass Kinder, die sich viel mit Musik beschäftigen, auch bessere Noten in anderen Fächern haben. Sogar dann, wenn sie sich mehr Stunden mit Geige oder Klavier beschäftigen als mit Mathe- und Englischbüchern. Sagt Hendricks, der schließlich selbst Lehrer ist.

(nik)
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