| 18.11 Uhr

Kleve
Kleve feiert Helmut den Sportlichen

Jecken in Kleve holen Rosenmontagszug nach
Jecken in Kleve holen Rosenmontagszug nach FOTO: Evers, Gottfried
Kleve. Über 8000 Narren säumten die Straßen der Kreisstadt für den Narrenzug mit 40 Wagen und Fußgruppen fünf Wochen nach Karneval. Bei prächtiger Stimmung bejubelten die Narren ausgelassen das Klever Jecken-Oberhaupt. Von Matthias Grass

Die Breijpottquaker haben ein dickes Ausrufezeichen hinter den Klever Karneval gesetzt: Wunderbare Kostüme der Fußgruppen verwandelten die Straßen der Stadt in gleißend-funkelndes Quakergrün. Alle hübschen Frösche und auch die alten Herrenfrösche hatten ein güldenes Krönchen auf dem Kopf und den Brunnen für den Prinzen hatte die Truppe gleich am langen Arm dabei. Doch der Prinz war längst dem Brunnen entsprungen und stand von der Sonne verwöhnt hoch oben über dem Narrenvolk: Prinz Helmut der Sportliche (Vehreschild) hatte am ungewohnten Sonntag einen tollen "zweiten" Karneval in Kleve. Gezogen wurde sein Narrenschiff "Clivia" von einem prächtigen weißen Schwan, wie einst Lohengrin in die Stadt gezogen war. Auch wenn der Zug nicht am gewohnten Rosenmontag durch die Stadt zog, sondern fünf Wochen später - Kleves Straßen waren voller närrischer Besucher, von denen viele auch kostümiert gekommen waren. Und mittendrin bestens gelaunt Kleves Bürgermeisterin Sonja Northing, die den Prinzen mit einem kräftigen "Kleve Helau!" begrüßte. Sonja I. (Bürgermeisterin) war als schützenswerter Panda an den Zug gekommen.

Immerhin knapp 40 Zugnummern zählte der närrische Lindwurm in der Kreisstadt zum ungewohnten Termin, darunter auch einige der aufwenig gearbeiteten Karnevalswagen aus den Niederlanden. Der Tross zog angeführt vom Spielmannszug Materborn (als einziger Musikkapelle) nach dem KRK-Wagen die Stadt hinauf bis zum einstigen Schweizerhaus. Knapp 8000 Besucher waren in die Stadt gekommen, schätzt die Polizei, die einen ruhigen Sonntag mit Karneval vermeldete.

Die Fastenzeit war für einen Tag ausgesetzt - man stieß mit "Piccolöchen" und Bierchen an und ein Brezelmann zog mit einem Wagen voll frischen Brotes bimmelnd die Stadt hinauf. Die strahlende Sonne belohnte alle Narren auf den Wagen und den Straßen Kleves für diesen außergewöhnlichen Karnevalstag. "Das war das i-Tüpfelchen auf meine Session. Eine prächtige Stimmung bei bestem Wetter", schwärmt der Prinz vom Zug. Es schien, dass die Germania mit ihrer Truppe das richtige Motto gefunden hatte: Wo wir sind, ist zuhause - übersetzt für gestern hieß das: Wo wir sind, ist immer Karneval. So wie für die Karnevalgruppe des Frauenchors Harmonie, die eine stattliche Fußgruppe in bunten Lappenclown-Kostümen und Narrenkappen laut "Helau" rufend für den Karnval wieder geweckt hatten und die Stimmung entlang der Straße anheizten. Wie die Schildbürger von ihrem Narrenschiff verteilten alle Narren kräftig Kamelle unters Volk. Die Chaos-Clique war auf großer Gitarre gekommen, Siegfried Materborn auf Zeitreise in die Flower-Power-Zeit zurückgegangen. Unterm Schwan kamen die Schwanenfunker und sportlich die Fidelitas. Aus Keeken war das Narrencamp dabei: "Ich bin Narr, lasst mich hier rauf", hatten die aus der Niederung getitelt. Aktuell das Humus-Ballett: Kleve ist eine Baustelle.

Quelle: RP
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