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Theater
Neues Zillchen im Staatenhaus

Theater: Neues Zillchen im Staatenhaus
Beim neuen Zillchen im Staatenhaus ist ab Januar das Gruseln erlaubt. FOTO: step
Köln. Es ist eine so schillernde wie schaurige Zukunft Kölns, die der Kölner Männer-Gesang-Verein in seinem neuen Divertissementchen prophezeit: Die einst so liebenswerte Stadt am Rhein hat im Jahr 2084 kölsches Brauchtum, Mundart und Lebensart aufgegeben. Die Kölsch-Brauereien, die Ford-Werke, 4711 und der FC sind längst verkauft. Und der Karneval wurde in den Sommer verlegt und wird nur noch von wildpinkelnden Touristen gefeiert. Doch damit ist längst noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht - jetzt geht es ans Eingemachte. Der Dom, komplett eingeengt von Wolkenkratzern, soll verkauft und zu einem internationalen Sieben-Sterne-Luxus-Hotel umgebaut werden, mit direkter Anlegestelle für Jachten. Im Keller gibt es eine Bar, im Seitenschiff eine Bowlingbahn, im Glockenturm einen Beauty-Salon und in der Domschatzkammer ein Erlebnisbrauhaus. Reisebusse bekommen die Möglichkeit zum "Drive-in" im Dom. Weil die Menschen den Verstand verloren haben, müssen nun die Toten von Melaten ran, um die Stadt vor dem drohenden Untergang zu retten. So steigen altbekannte Größen wie Willy Millowitsch und Willi Ostermann aus ihren Gräbern und greifen ins schaurige Geschehen ein. Ob sie es schaffen, die Unterschrift für den Kaufvertrag für den Dom noch zu verhindern, bleibt offen. "Wir blicken auf 70 Jahre Nachkriegsgeschichte in Köln zurück und haben überlegt, was in 70 Jahren passiert, wenn es so weitergeht wie jetzt", sagt KMGV-Präsident Gerd-Kurt Schwieren, der im neuen Zillchen die Rolle des Kölner OBs übernimmt. Dieser kann 2084 verkünden, dass das Opernquartier gerade fertig geworden ist. Entstanden ist das Stück unter dem neuen und alten Baas des Vereins Jürgen Nimptsch, dem früheren Bonner Oberbürgermeister, der nach seiner Wahl 2009 sein Amt beim KGMV aufgegeben hatte. Die Musik beim Divertissementchen im Jubiläumsjahr des KGMV, das vom 14. Januar bis 13. Februar im Staatenhaus in Deutz zu sehen ist, reicht von Mozart und Verdi über "Thriller" von Michael Jackson und der Filmmusik vom "Fluch der Karibik" bis zu kölschen Songs. Insgesamt sind 160 Darsteller und Musike beteiligt. Karten: 0221/2801.

Justine Holzwarth

Quelle: RP
 
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