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Korschenbroich
Kinder bauen Gemüse für ihr Kita-Essen an

Korschenbroich: Kinder bauen Gemüse für ihr Kita-Essen an
Sie pflanzten jetzt Gemüse auf ihrem eigenen Feld: die Kinder der städtischen Kita Schulstraße. Demnächst wollen sie das Gemüse mit ihren Erziehern ernten und damit kochen. FOTO: lothar berns
Korschenbroich. Neues Bildungsprogramm für Glehner Kita-Kinder: Fachleute des Vereins "Gemüse-Ackerdemie" pflanzen mit ihnen auf einem Glehner Feld Salat, Radieschen, Tomaten und Co. In der Kita soll damit nach erfolgreicher Ernte gekocht werden. Von Christian Kandzorra

Viele Kinder kennen Gemüse nur aus dem Supermarkt. Bei den Ein- bis Sechsjährigen, die die städtische Kita an der Schulstraße in Glehn besuchen, soll das Bewusstsein für Lebensmittel und damit auch die Wertschätzung wieder steigen. Die Einrichtung nimmt deshalb als eine von NRW-weit nur acht Kindertagesstätten an einem Projekt des Vereins "Gemüse-Ackerdemie" teil. Dessen Fachleute haben jetzt gemeinsam mit den Kindern und ihren Erziehern ein etwa 2000 Quadratmeter großes Feld in Kitanähe von Hand bepflanzt.

Die Gemüsesorten, die jetzt dort wachsen sollen, werden anschließend geerntet und zum Kochen in dem Kindergarten verwendet. "Wir werden nicht von einem Caterer beliefert, sondern kochen alles selbst", betont Kita-Leiterin Manuela Scheffler, die mit Blick auf das neue Projekt von einer "guten Ergänzung" des Kita-Konzepts spricht.

Tatsächlich ist die Einrichtung an der Schulstraße in Glehn bereits bekannt für ihre Bildungsprogramme: Die Kita ist seit mehreren Jahren sogar zertifiziertes "Haus der kleinen Forscher". Um das Gemüse-Projekt weiter vorantreiben zu können, haben einige der Erzieher an Fortbildungsmaßnahmen des in Potsdam ansässigen gemeinnützigen Vereins teilgenommen. Sie haben bereits in den vergangenen Wochen mit den Kindern Grundlagen zum Gemüseanbau, etwa mit Hilfe von kindgerecht gestalteteten Arbeitsheften, erarbeitet. "Wir haben mit den Kindern zum Beispiel einen Pflanzplan erstellt", berichtett Manuela Scheffler.

Der Landwirt, der einen Teil seines Feldes für die Kita zur Verfügung gestellt hat, ist der Vater eines der Kinder. "Wir freuen uns sehr, dass das geklappt hat", sagt Scheffler. Am ersten von zwei Aktionstagen pflanzten die Kleinen - aufgeteilt in vier Gruppen mit jeweils 16 Kindern - Salat, Radieschen, Tomaten, Kartoffeln, Rote Beete und Palmkohl an - natürlich unter Anleitung von Fachleuten wie Claudia Haarhoff. Sie ist Regionalmanagerin des Vereins "Gemüse-Ackerdemie" und möchte erreichen, dass Kinder wieder einen Bezug zur Landwirtschaft erhalten, Lebensmittel wertschätzen und sich selbst gesund ernähren. "Inzwischen sind wir in fast allen Bundesländern aktiv. In NRW betreuen wir derzeit 25 Schulen und acht Kindertagesstätten", zählt sie auf. Finanziert würden die Projekte zu einem Teil von den Kitas beziehungsweise durch deren Fördervereine sowie durch die Vereinsstiftungen. "In Glehn haben viele Eltern im Vorfeld geholfen, die Ackerfläche zu umzäunen. Außerdem haben sie Geräte bereitgestellt", lobt Haarhoff das Engagement der Eltern, die sich größtenteils von der Idee überzeugt zeigen. Auch bei den Anwohnern des hinter der Tennisanlage liegenden Feldes kommt das Projekt gut an: Ein Nachbar stellte bei der Pflanzung Gießwasser zur Verfügung.

Tatsächlich bewies der Einsatz der Kinder am ersten Pflanztag, dass das Konzept aufgeht: Durch die Vorbereitung in den vergangenen Wochen seien die Kinder zu kleinen Pflanz-Experten geworden. Sie hätten kräftig mit angepackt, sagt Erzieherin Melanie Anderheggen: "Die Kinder haben keinerlei Berührungsängste. Sie sind voll dabei, gerade wenn es ums Buddeln mit den kleinen Schaufeln geht."

Quelle: NGZ
 
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