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Korschenbroich
Kleinenbroicher ist Fischer am Tegernsee

Korschenbroich: Kleinenbroicher ist Fischer am Tegernsee
28 Teiche und sieben Mitarbeiter gehören zum Betrieb von Alexander Wiemann. FOTO: Wiemann
Korschenbroich. Seit vier Jahren führt Alexander Wiemann einen Fischzuchtbetrieb in Bayern. Der Niederrheiner bekennt sich zu seinen Wurzeln - und gibt Tipps für ein leckeres Ostergericht. Mit der Zucht hat sich der "Auswanderer" einen Traum erfüllt. Von Christian Kandzorra

Mit einem herzlichen "Grüß Gott" meldet sich Alexander Wiemann aus dem bayerischen Kreuth und grüßt seine alte Heimat zu Ostern: "Kleinenbroich werde ich nie vergessen", sagt der 42-Jährige, der sich zu seinen Wurzeln bekennt - auch 700 Kilometer entfernt im "tiefsten Bayern", genauer gesagt am Tegernsee. Gerade einmal zehn Kilometer Luftlinie von der österreichischen Grenze entfernt lebt Wiemann seit elf Jahren. 2014 hat er sich dort mit einem Fischzuchtbetrieb selbstständig gemacht. "Ich war schon immer fischverrückt. Als kleiner Junge habe ich mich bereits für das Angeln interessiert", sagt der "Auswanderer", der ursprünglich einmal den Beruf des Konstruktionsmechanikers gelernt hat. "Die Arbeit als Metaller war aber nicht meine Welt", erzählt er.

Im Alter von 24 Jahren hat Wiemann schließlich den Neuanfang gewagt - und hat sich zum Fischwirtschafter ausbilden lassen. Inzwischen trägt er den Meistertitel. "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht", sagt er nicht ohne Stolz, denn sein Betrieb, die "Herzogliche Fischzucht Wildbad Kreuth" südlich des Tegernsees, läuft gut. Er zählt sieben Mitarbeiter und einige Aushilfen - und 28 Teiche, in denen der "Kleenebrooker Jong" Forellen, Lachsforellen und Saiblinge züchtet. Die meisten Fische, die bei ihm heranwachsen, werden zum Bestandsschutz in verschiedenen bayerischen Seen ausgesetzt, darunter im Tegernsee, im Ammersee, im Chiemsee und auch im Starnberger See. Alexander Wiemann schätzt die Zahl auf etwa 100.000 Stück pro Jahr. "Weitere 25.000 Fische verarbeiten wir pro Jahr in unserem Betrieb. Die sind natürlich etwas größer als die Besatzfische."

Momentan hat der 42-Jährige alle Hände voll zu tun, denn auch in Bayern isst man gerade zu Ostern gerne Forellen und Co. "Neben frischen Fischen sind bei uns auch geräucherte und gebeizte Fische stark gefragt", sagt Wiemann, dessen Betrieb auch eine Reihe von Restaurants mit Ware beliefert - und Fisch-Spezialitäten auch in einem eigenen kleinen Lokal anbietet. Damit hat sich der Ex-Kleinenbroicher einen Traum erfüllt. "Ich würde es immer wieder machen", sagt er. "Auch, wenn ich meine alte Heimat manchmal vermisse." Dem Ortsteil Kleinenbroich hat der Fischwirtschaftsmeister allerdings nicht ganz den Rücken gekehrt: Seine Eltern wohnen dort, ebenso besucht er regelmäßig einige Freunde.

"Bayern ist schon etwas anderes", bringt es Alexander Wiemann auf den Punkt. Er lebt gerne am Tegernsee, vergleichbar mit dem "platten Land" am Niederrhein sei die bayerische Berg-Idylle allerdings nicht: "Hier werden andere Traditionen gelebt, außerdem ist die Gegend stark vom Tourismus geprägt." Tatsächlich wohnt Wiemann in einem Skigebiet: In Kreuth gebe es zwei Liftanlagen, zudem sei der Achenpass auf österreichischer Seite schnell erreichbar. Momentan liege noch ein halber Meter Schnee. Ob er selbst auch gerne Ski fährt? "Sehr gerne, aber in den vergangenen Jahren habe ich es nicht mehr auf die Piste geschafft", erzählt Wiemann, der seit kurzem Vater einer Tochter ist. Die Familiengründung am Tegernsee ist perfekt: Mit seiner Lebensgefährtin und dem Kind lebt er nur einen Steinwurf vom Fischzuchtbetrieb entfernt.

Als "echter Fischfreund" gibt der 42-Jährige gerne Tipps für leckere Fischgerichte an den Ostertagen. "Es muss nicht immer ein Filet sein", sagt Wiemann, der etwa eine frische Lachsforelle empfehlen kann. Die Fische sind meist in gut sortierten Supermärkten erhältlich, in der Regel aber vor allem in Fisch-Fachgeschäften. "Es bietet sich an, eine Lachforelle im Ofen in einem Bräter liegend zu schmoren. Wenn die Forelle normal gekühlt ist, sollte sie bei 160 Grad mindestens 35 Minuten im Ofen bleiben." Wiemann empfiehlt, die Bauchhöhle des Fischs mit frischen Kräutern, Salz, Pfeffer und Zitronenscheiben zu füllen - die Zitronen am besten ohne Schale. "800 Gramm Fisch dürften für zwei bis drei Personen ausreichen."

Quelle: NGZ
 
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