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Krefeld
Ausdauer bei Zweitklässlern verschlechtert

Krefeld: Ausdauer bei Zweitklässlern verschlechtert
Mit einem Sechs-Minuten-Dauerlauf wird die Ausdauer der Zweitklässler der Johansenschule in Linn getestet. FOTO: Strücken
Krefeld. Um jedem Kind ein passendes Sportangebot bieten zu können, werden mehr als tausend Zweitklässler auf ihre motorischen Fähigkeiten getestet. Von Julia Schleier

Die Stadt Krefeld und der Stadtsportbund beteiligen sich seit letztem Jahr am Landesprogramm KommSport, einer Initiative, die 2014 vom Ministerium für Familie, Kinder und Sport des Landes Nordrhein Westfalen eingeführt worden ist. Aufgrund der Erkenntnis, dass Bewegung, Spiel und Sport für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern sehr wichtig sind, zielt die Initiative darauf ab, Kindern auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Sportangebote zu machen. Sowohl Talentierte als auch Kinder mit Förderbedarf sollen erreicht werden. Diese Förderung soll auf Basis eines motorischen Tests für Schüler der zweiten Klassen geschehen.

Im Schuljahr 2015/2016 wurde der Test in Krefeld erstmals an 17 Schulen mit insgesamt 1040 Schülern durchgeführt. In diesem Jahr hat sich die Anzahl der Schulen auf 20 Schulen mit 24 Schulstandorten erhöht.

Durchgeführt wird der Test auch in diesem Jahr wieder von Schülern des Bildungsgangs Freizeitsportler am Berufskolleg Vera Beckers und Testleitern der Universität Duisburg-Essen. Die zweiwöchige Testreihe hat gestern begonnen.

Nicht nur die Zweitklässler freuen sich über den Kontakt zu den Schülern von Vera Beckers, auch für die Oberstufenschüler ist dieses Projekt spannend. "Von den Erfahrungen, die wir hier sammeln, profitieren wir schon jetzt. Der Umgang mit Kindern bereitet uns auf spätere Praktika vor", sagt Christian Schönfeld, Schüler des Berufskollegs.

Beatrix Spillecke-Holst, bei Vera Beckers mit dem Projekt betraut, hält das Projekt für eine "schöne Sache", die eine gute Koordination fordert. "Eltern haben sich über den Unterrichtsausfall der Schüler beschwert. Durch den Einsatz von mehr Klassen wollen wir nun den Zeitaufwand verringern", erklärt Spillecke-Holst.

Die Universität Duisburg-Essen ist mit der Auswertung der Daten beauftragt. Außerdem erstellt sie Urkunden für die Kinder, versendet Elternbriefe und informiert Schulen und Lehrer über die Testergebnisse.

Auf dieser Basis können Eltern und Schulen dann entscheiden, ob oder welche Angebote sie schulintern oder im außerunterrichtlichen Sport nutzen wollen. Unterstützt werden sie dabei durch die Sportjugend im Stadtsportbund, die sich, im engen Kontakt mit den Sportvereinen, um die Vermittlung von Sportförderangeboten an die entsprechenden Schulen kümmert.

Das Schulamt der Stadt Krefeld ist für die Vorbereitung und Durchführung des Tests verantwortlich und erster Ansprechpartner für die schulischen Belange im Netzwerk Schulsport.

Bei den bisherigen Testungen liegt Krefeld in der Norm. "Es fällt auf, dass sich die Ausdauer der Zweitklässler verschlechtert hat", sagt Jutta Zimmermann, Vorsitzende der Sportjugend Krefeld.

Auch die Kraftübungen, wie beispielsweise Liegestütze, bereiten offenbar Probleme. Zur Orientierung: Wenn die Kinder circa vier bis sechs Liegestütze in 40 Sekunden schaffen, liegen sie im Durchschnitt.

"Generell erledigen die Kinder die Stationen aber sehr motiviert und können besonders bei ihrer Beweglichkeit glänzen.", sagt Thomas Presch, Geschäftsführer Ausschuss für den Schulsport im Schulamt Krefeld. Im nächsten Jahr werden die Viertklässler, die 2015 an den ersten Testungen teilgenommen haben, erneut getestet. Alle Beteiligten sind gespannt zu erfahren, wie die Kinder im Vergleich zu den früheren Tests abschneiden werden.

Um die Testungen weiterhin fortführen und ausbauen zu können, unterstützen die Sparkasse Krefeld und die AOK Hamburg/Rheinland das Projekt finanziell. Auch die Förderung durch das Land sei laut Presch hoch genug, sodass Sportangebote an Schulen mindestens für die ersten 25 bis 30 Wochen nach den Testungen unterstützt werden können. Ziel ist es, alle städtischen Grundschulen in das Projekt einbinden zu können und somit die kompletten 2. Klassen (circa 1500 Kinder) zu erreichen.

Möglichst viele Kinder sollen langfristig in ein sportliches Angebot gebracht werden.

Quelle: RP
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