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Krefeld
Flüchtlingshelfer werfen der Stadtverwaltung Bürokratismus vor

Krefeld. Vor der Turnhalle Lindenstraße wurde gestern Abend demonstriert.

Zu einer Demonstration haben sich gestern um 17 Uhr rund 50 Krefelder vor dem Flüchtlingsheim Turnhalle Lindenstraße versammelt. Sie warfen der Stadtverwaltung überbordenden Bürokratismus vor. Zum Protest hatte der Krefelder Pfarrer Albert Koolen im Namen der Flüchtlingshelfer aufgerufen. Der Vorwurf konkret: Seitdem nicht mehr das Deutsche Rote Kreuz, sondern die Krefelder Stadtverwaltung für das Heim zuständig ist, würde den Helfern und Unterstützern der freundschaftliche Kontakt zu den Bewohnern der Turnhalle "durch bürokratische Maßnahmen erheblich erschwert, weil er offensichtlich unerwünscht ist".

Sozialamtsleiter Wolfram Gottschalk verteidigte gestern im Gespräch mit unserer Redaktion das Vorgehen der Stadt. "Auf keinen Fall ist die Hilfe unerwünscht, das haben wir in der Vergangenheit auch deutlich gemacht. Wir stehen aber als Stadt in der Verantwortung und müssen darauf achten, dass die Hilfe koordiniert ist. Wir müssen auf die Sicherheit in der Turnhalle achten." So müsse etwa jeder Helfer ein polizeiliches Führungszeugnis vorweisen. Gottschalk verweist auch auf Details wie die Tatsache, dass beispielsweise nicht unbegrenzt Elektrogeräte an eine Steckdose angeschlossen werden können, dass nicht jeder Helfer tagein tagaus in der Turnhalle ein und aus gehen könne. Genau aus diesem Grund sei ein Lenkungskreis eingeführt worden, der die Hilfe koordiniert.

Seit Oktober 2014 ist die Turnhalle Lindenstraße Notquartier für Menschen, die nach Deutschland geflüchtet sind. Dort werden alleinstehende junge Männer untergebracht. In diesem Provisorium gibt es allerdings kaum Privatsphäre. Wie Wolfram Gottschalk nun mitteilte, sollen die Männer im Juni in einem Heim an der Oppumer Straße untergebracht werden. Von den gestrigen Demonstranten waren nur rund 15 Helfer, auch Vertreter der Partei Die Linke wurden bei der Demonstration gesehen.

(sep)
 
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