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Krefeld
Jazzattack feiert Jubiläum auf der Burg

Krefeld: Jazzattack feiert Jubiläum auf der Burg
Dieses Quartett feiert am Samstag "20 Jahre Jazzattack" auf Burg Linn: (v.l.) Bassist Stefan Rademacher, Schlagzeuger Ralf Gessler, Gitarrist Axel Fischbacher und Sandra Hempel, die ebenfalls Gitarre spielt. FOTO: JKK
Krefeld. Die Sessionreihe "Jazzattack" ist eine der ältesten Improvisationskonzertreihen in Deutschland. In diesem Jahr wird sie 20. Zum Jubiläum spielen die Begründer Axel Fischbacher und Stefan Rademacher am Samstag auf Burg Linn - mit großartigen Musikern. Von Petra Diederichs

Es war das Jahr 1997. Der Gitarrist Axel Fischbacher kehrte nach Jahren in Österreich, der Schweiz und Kanada zurück nach Deutschland und sondierte die Jazzlandschaft. Er ließ sich in Krefeld nieder, der Stadt seines Freundes und musikalischen Partners Stefan Rademacher. Gemeinsam mit dem Bassisten trat er zum 40. Jubiläum des Jazzkellers auf, der bereits eine Institution an der Lohstraße war. Und weil sich alles für die Musiker so gut anfühlte, muss damals die Idee geboren worden sein, auf der kleinen Bühne in der - damals noch - verrauchten Kellerbar jede Woche ein Konzert zu spielen mit einer Basis-Band und - damit sich nur ja keine Klangroutine einschleifen könne - Gastmusikern, auf dass fröhlich und frisch losgejammt werde. Das war die Geburt der "Jazzattack".

Seit 20 Jahren ist der Donnerstag im Keller Attack-Zeit. "Es gab nur einmal eine Pause von fast einem Jahr, bevor der Jazzkeller seinen jetzigen Besitzer bekam. Wir haben eine Zeit lang im Kulturpunkt der Friedenskirche gespielt", erzählt Fischbacher. Eine künstlerische Krise aber habe es nie gegeben. Im Gegenteil: "Die Attack war niemals schlapp. Wir Musiker waren immer risikofreudig. Das kann unter Umständen mal daneben gehen, aber man kann auch fliegen wie in keinem anderen Konzert."

Und fliegen will das Duo Fischbacher und Rademacher am Samstag, 8. Juli, beim "Jazz an einem Sommerabend" auf Burg Linn. Als Opener des 33. Festivals wird die Jazzattack ihr 20-Jähriges feiern - unterstützt von Gitarristin Sandra Hempel und Ralf Gessler am Bass.

Für die beiden Attack-Gründer ist es ein besonderer Tag. Denn obwohl sie international auf allen wichtigen Festivals präsent sind, stehen sie erst zum zweiten Mal gemeinsam (nach 2008) auf der Freiluftbühne im Burghof. Denn inzwischen treffen sie sich seltener, etwa zwei bis drei Mal pro Jahr zur Attack. "Das liegt nicht daran, dass wir uns nichts mehr zu sagen hätten, im Gegenteil", sagt Fischbacher. "Wir verstehen uns so gut, dass wir uns prima jeweils in anderen Projekten weiterentwickeln können und es trotzdem immer passt, wenn wir zusammen Musik machen." Die Freundschaft und der musikalische Einklang sind ihr Erfolgsrezept. Weil jeder sich in anderen künstlerischen Gewässern tummelt, können beide ganz unterschiedliche Gäste nach Krefeld holen. "Das erweitert den Kreis und ist immer spannend - auch für uns. So stoßen wir auch auf junge Musiker", erzählt Rademacher.

Die Zeit ist gut für guten Jazz, findet Rademacher. "Es gibt ein steigendes Bedürfnis nach Echtheit. Die Leute kaufen Bio-Käse und wollen das Live-Erlebnis eines Konzerts, keine CD, sondern Schweiß und Rausch nah miterleben. " Krefeld, sagt er, hat eine lange Jazztradition - vor allem durch den Jazzklub. "Hier ist das Jazzpublikum älter, in Berlin kommen viele junge Leute. Aber die Stimmung in Krefeld ist immer besonders, die Leute gehen so gut mit, das begeistert die Gastmusiker." Auch an guten Jazzern gebe es keinen Mangel - nur an Bühnen. "Heute wird so viel Geld in die Jazzausbildung gesteckt, dass wir viele gute Leute haben. Aber für sie gibt es keine kleineren Bühnen, um aufzutreten und zu improvisieren zu Gagen, die den Namen verdienen."

Quelle: RP
 
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