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Krefeld
Karnevalisten bitten um Zug-Spende: Zwei Euro pro Jeck

Krefeld: Karnevalisten bitten um Zug-Spende: Zwei Euro pro Jeck
So sieht der Schwarz-Weiß-mit-Roter-Nase-Entwurf zu dem Button aus, dem man an Rosenmontag kaufen kann. Dann ist die Plakette natürlich angemessen bunt. FOTO: Lammertz, Thomas
Krefeld. Weil der Karnevalszug in Krefeld immer teurer wird, bittet das Karnevalskomitee die Jecken am Straßenrand um eine kleine Spende. Bevor der Zug losgeht, werden bunte Buttons für zwei Euro verkauft. Von Jens Voss

Mit einer ungewöhnlichen Spendenaktion hoffen die Krefelder Karnevalisten, einen Zuschuss der Kosten für den Karnevalszug hereinzubekommen: Eine halbe Stunde vor Zugbeginn am Rosenmontag wird ein Team von mindestens sechs Leuten den Zugweg entlanggehen und die Jecken bitten, für mindestens zwei Euro (es dürfen auch mehr sein) einen Button zu erwerben, der sie als Zugunterstützer ausweist.

 
Der neue Zugweg: Neu ist der ausführliche Schwenk in den Nordbezirk. Zugstart ist um 12.11 Uhr ab Sprödentalplatz. FOTO: CCC

"Es wäre toll, wenn die Leute heiß drauf sind, den Krefelder Karneval zu unterstützen und sich dazu mit dem Button auch zu bekennen", sagte Dagmar Schobert gestern, als das Projekt vorgestellt wurde. Warum sie auf die Idee gekommen ist? "Ich bin Mitglied beim 1. Amazonencorps der Stadt Krefeld; Karneval liegt mir im Blut", sagt sie lächelnd.

Die Button-Verkäufer sind erkennbar an gelben Kajuja-Clownkostümen - Schobert bittet, den Spenden-Betrag passend parat zu halten. "Wir suchen noch Leute, die Lust haben mitzusammeln", sagt sie - wer mag, kann sich in ihrem Friseursalon unter Tel. 26056 melden.

Dagmar Schobert erläuterte gestern ihre Idee mit dem Button; neben ihr Rainers Küsters, Präsident des "Comitee Crefelder Carneval" (CCC). FOTO: T.L.

Der Grund für die Aktion ist simpel: Der Karnevalszug wird immer teurer. "Hat der Zug vor zehn Jahren noch gut 60.000 Euro gekostet, gehen wir jetzt auf die 100.000 Euro zu", sagt Zugleiter Albert Höntges vom "Comitee Crefelder Carneval" (CCC). Die Sicherheitsvorkehrungen sind schärfer als früher: "In diesem Jahr haben wir 108 Sicherheitskräfte, im vergangenen Jahr waren es unter 90", sagt er. Noch vor zehn Jahren galt zudem die Faustregel: Stadt und Karnevalisten teilen sich die Kosten für den Zug fifty-fifty - heute müssen die Karnevalisten zwei Drittel der Kosten aufbringen.

Trotz erhöhter Anforderungen und Kosten ist der Krefelder Zug gewachsen: Er wird 1,8 Kilometer messen - 803 Meter länger als 2014. Er umfasst 83 Gruppen mit 1650 Teilnehmern (2014: 1300) - darunter 36 Fest- und vier Mottowagen. Entlang des Zuges wird es acht Stationen mit Kommentatoren geben.

"Wichtig ist, dass absolutes Glasverbot herrscht", betont Höntges. In der Stadt verteilt sind Toilettenhäuschen; Schwerpunkte sind der Moritz- und der Friedrichsplatz, wo das Narrenvolk erfahrungsgemäß länger feiert - am Moritzplatz schon deshalb, weil dort die Pauklusklause als Hauptquartier von Prinzessin Christina I. - im zivilen Leben Wirtin der Klause - residiert.

Quelle: RP
 
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