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Lokalsport
Billard-WM: Routinier soll Youngster im deutschen B-Team helfen

Billard. Nächste Woche startet Christian Rudolph in Viersen als Nummer eins des deutschen B-Teams. Der vierfache Weltmeister trägt's mit Fassung. Von David Beineke

Christian Rudolph hat schon so manche Schlacht geschlagen bei der Dreiband-Weltmeisterschaft für Nationalmannschaften in Viersen. Gleich bei der ersten Auflage 1990 holte er an der Seite von Günter Siebert die Bronzemedaille für Deutschland, im Anschluss war er mit unterschiedlichen Partnern an allen vier deutschen WM-Titeln beteiligt - abgesehen von neun weiteren Treppchenplatzierungen. Mit seiner Erfahrung ist der inzwischen 51-Jähriger aus Hünxe im Kreis Wesel eigentlich immer ein Kandidat für das deutsche A-Team bei der WM in der Festhalle. Doch wenn in der kommenden Woche zum 27. Mal die weltbesten Dreiband-Spieler in der Kreisstadt zusammenkommen, dann wird Rudolph "nur" als Nummer eins der B-Mannschaft ins Rennen gehen.

Denn das bei der Deutschen Billard-Union (DBU) für die WM-Nominierungen zuständige Gremium hat dem Gelsenkirchener Stefan Galla den Vorzug gegeben. Er wird die Position hinter dem deutschen Topspieler Martin Horn einnehmen. "Das ist nachvollziehbar. Stefan hat bislang eine super Bundesliga-Saison gespielt. Deutlich besser als ich", ließ Rudolph gestern am Rande der Pressekonferenz anlässlich der 27. WM-Auflage in der kommenden Woche wissen. Hinzu kommt, dass Rudolph immer noch an den Nachwirkungen eines Bandscheibenvorfalls an der Halswirbelsäule laboriert. Immer wieder auftretende Verspannungen und Schmerzen verhindern konstante Leistungen. Das hatte schon im vergangenen Jahr dazu geführt, dass er sich bei der WM im deutschen A-Team an der Seite von Martin Horn mit schwankenden Leistungen präsentierte. Doch die Zurückstufung in die deutsche Zweitvertretung kann Rudolph die Vorfreude auf die nächsten Donnerstag beginnende WM nicht nachhaltig verderben. "Viersen hilft mir, beflügelt mich", verriet der Mann aus Hünxe. Allerdings weiß er auch, dass das echte WM-Gefühl erst in den K.o.-Spielen am Wochenende aufkommt, wenn die Festhalle entsprechend voll ist.

Um dann noch im Turnier zu sein, muss die Vorrunde mit Österreich und den enorm starken Spaniern überstanden werden. Dem Eröffnungsspiel am Donnerstag gegen die Österreicher kommt also gleich eine große Bedeutung zu.

Die Frage ist, wie WM-Neuling Dustin Jäschke mit dem Druck zurechtkommt. Rudolph soll dem 23-Jährigen, der als große Nachwuchshoffnung in Deutschland gilt, mit seiner Erfahrung helfen. Bei drei Weltcup-Turnieren waren die beiden auch schon zusammen für Deutschland unterwegs. "Dustin ist in seinen Leistungen noch sehr schwankend. Aber wenn er seine Topform erreicht, können wir jeden Gegner schlagen", betonte Rudolph. Würde Deutschland B tatsächlich Österreich und Spanien hinter sich lassen, könnte es im Viertelfinale zum Treffen mit Horn und Galla kommen. "Und dann gibt's Kasalla", sagte Rudolph mit einem Lächeln auf den Lippen.

Quelle: RP
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