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Lokalsport
Ex-Trainer Pawlak stürzt KFC von Rang 1

Regionalliga. Fußball: Ausgerechnet gegen den neuen Arbeitgeber von Aufstiegstrainer André Pawlak unterlag der KFC mit 0:1. Damit zog Viktoria Köln in der Tabelle an den Uerdingern vorbei. Kapitän Mario Erb kassierte die fünfte Gelbe Karte. Von Heinrich Löhr

Zum Auftakt der Rückrunde hat der KFC Uerdingen die Tabellenführung in der Regionalliga West, die er seit dem sechsten Spieltag innehatte, verloren. 0:1 (0:0) hieß es am Ende der eigenen Partie gegen die U21 des 1.FC Köln. In der parallelen Partie spielte der neue Spitzenreiter Viktoria Köln 1:1 beim SC Verl. Beide Mannschaften haben nach jetzt 18 Partien 36 Punkte auf dem Konto, für die Viktoria aber spricht die deutlich bessere Tordifferenz von plus 22 gegenüber plus neun, dem Wert der Uerdinger. Diese beiden Zahlen belegen auch, wo den Uerdingern der Schuh drückt. Vorne im Angriff fehlt einfach die Durchschlagskraft. Auch in der samstäglichen Partei beim Nachwuchs des 1. FC Köln wurden - wie schon mehrfach in dieser Spielzeit zu beobachten - kaum gefährliche Torchancen kreiert. Und wenn sich die in den Vorwochen so gute KFC-Defensive, die in der nächsten Regionalligapartie wegen seiner fünften Gelben Karte auch noch auf Kapitän Mario Erb wird verzichten müssen, dann auch nur eine kleine Unaufmerksamkeit leistet, steht die Mannschaft sogar mit gänzlich leeren Händen da - und beklagt ihre zweite Saisonniederlage. Immerhin: Im Pokalspiel gegen Oberhausen am kommenden Samstag darf Erb mitspielen.

KFC-Trainer Michael Wiesinger wollte dem fehlenden Angriffsschwung begegnen, in dem er die Auflaufelf gegenüber der in der Vorwoche mit 2:1 gewonnenen Partie gegen den SC Wiedenbrück unverändert ließ. Ein Plan, der allerdings nach nur zwölf Minuten schon durchgekreuzt war, als Alexander Bitroff verletzt das Spielfeld verlassen musste. "Nach einem langen Schritt verspürte ich ein Stechen im rechten hinteren Oberschenkelmuskel", berichtete der Rechtsverteidiger von dem Grund seines Ausfalls. Für ihn kam Leon Binder.

Im Spiel selbst tat sich der KFC schwer, kam kaum zu einem konstruktiven Spielaufbau. Die Kölner U21 lief die Uerdinger immer wieder früh an, so dass der Ball sehr häufig zu Torwart René Vollath zurück gespielt werden musste. Und die nachfolgenden langen Schläge landeten zumeist in der gut gestaffelten Kölner Abwehr. Ihre beste Zeit hatten die Uerdinger in den zehn Minuten vor der Halbzeit. Mit einem strammen Schuss vom rechten Strafraumeck prüfte Binder Kölns Torwart Sven Müller, der den Ball aber um den langen Pfosten drehte (40.).

Auch in den zweiten 45 Minuten änderte sich dieses Bild vor den 550 Zuschauern - darunter 200 KFC-Fans - nicht. In der 70.Minute fiel dann das Tor des Tages. Im Anschluss an eine bereits abgewehrte Ecke flankte Anas Ouahim den Ball noch einmal in den Uerdinger Strafraum, und im Rücken von Binder kam der Ball zu Birk Risa, der freistehend keine Mühe hatte, zum 1:0 zu treffen. Wiesinger reagierte sofort und brachte mit Connor Krempicki und Christian Müller, der seine gebrochene Nase mit einer weißen Spezialmaske schützte, zwei frische Offensivkräfte. Letztendlich aber ohne Erfolg. Dafür durfte sich am Ende der 90 Minuten aber ein anderer freuen, Kölns Trainer André Pawlak. Der von seinem Hauptberuf aktuell beurlaubte Schullehrer, der in der vergangenen Saison den KFC in die Regionalliga geführt hatte und dem die KFC-Verantwortlichen dann nicht zugetraut hatten, die Mannschaft durch diese höhere Spielklasse zu führen und ihn mit dieser Begründung entließen, wollte zwar von Häme oder Schadenfreude nichts wissen, bekannte aber freimütig, "dass ihn dieser Sieg schon mehr freue, als ein anderer." Pawlak, der bei allen seinen bisherigen Trainerstationen stets ein sehr gutes Verhältnis zu den Fans hatte, das auch über das Ende des jeweiligen Engagements hinaus fortbestand, setzte sich nach der Partie im Geißbockheim des 1. FC Köln zu einem Glas Bier zu einer Gruppe von KFC-Fans. "1:0, ist das nicht euer Standardergebnis?", scherzte er mit diesen.

Quelle: RP
 
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