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Lokalsport
Staelberg rudert zu WM-Bronze

Rudern. Bei der U23-WM gewinnt die Krefelderin Edelmetall. Gebel und Leske werden Fünfte.

Strahlend stand Michaela Staelberg vom Crefelder Ruderclub auf dem Siegersteg und ließ sich mit ihren Mitruderinnen Franziska Kampmann/Waltrop, Pia Greiten/Osnabrück und Tina Christmann/Hanau feiern. Noch völlig ausgepumpt, aber überglücklich nahmen sie die Medaillen auf dem Siegerpodest im bulgarischem Plovdiv entgegen. So eben hatten sie die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft der unter 23-Jährigen gewonnen. Ihre Vereinskollegen Marc Leske und Jakob Gebel mussten sich mit dem U23 Achter mit dem fünften Rang zufrieden geben. Sehr heiße Bedingungen von fast 40 Grad verlangte den jungen Ruderern viel ab. Das deutsche Team schnitt insgesamt nicht zufriedenstellend ab, gerade einmal drei Bronzemedaillen gab es.

Der Frauen-Doppelvierer mit Michaela Staelberg an Bord gewann am Donnerstag den Vorlauf und stand zusammen mit dem britischen Team, das den anderen Vorlauf gewann, als Finalteilnehmer fest. Im Finale drehten die deutschen Damen mächtig auf, doch das britische Boot zog unaufhaltsam davon. Viele Spurts wurden angesagt und auch umgesetzt. Lange lag der DRV-Vierer auf der Silberposition, doch im Endspurt musste er das starke australische Boot ziehen lassen - wenngleich auch nur knapp. Nach einer kurzen Phase der Enttäuschung, dann aber doch Freude, sagte Michaela Staelberg: "Wir sind ganz gut rausgefahren und haben einen guten Streckenschlag gerudert. Wir haben versucht, alles zu geben, viele Spurts gesetzt. Bronze haben wir gewonnen und nicht Silber verloren." Am Montag geht's zurück nach Deutschland, dann wird ein bisschen gefeiert, dann geht's wieder mit Hausarbeiten für die Uni. Staelberg studiert in Bochum Psychologie. Finanziell wird sie durch die Bundeswehr abgesichert, die ein Studium und Hochleistungssport ermöglicht.

Groß war hingegen die Enttäuschung bei Marc Leske. Der zweifache U23-Bronzemedaillengewinner und zweifache U19-Weltmeister zeigte sich sehr zerknirscht. Schon im Vorlauf lief es nicht richtig zusammen, hatte sich der Achter doch völlig überraschend bei 1400 Metern vom ukrainischen Achter überrumpeln lassen, und auch im Hoffnungslauf war Deutschland nur Zweiter hinter Rumänien. Zum Finale sah es zunächst aus, als ob das Team um Leske und Gebel einiges vorhätte. Gut vom Start los gekommen, fuhren sie bei 500 Metern noch knapp an dritter Position liegend. Doch nach der 1000 Meter Marke fand der Achter kein Mittel mehr mit zu halten und kam bei 2000 Metern mit knapp acht Sekunden Rückstand auf die Sieger aus den Niederlanden ins Ziel. Damit siegte der Oranje- Achter nach dem vergangenen Jahr erneut. Zweiter wurde Rumänien und Dritter England, auf Platz 4 die USA und dann an 5 das DRV-Boot. "Ich bin schon frustriert, wir haben es einfach nicht geschafft, den Achter über die Saison und das Trainingslager richtig in Schwung zu bringen. Wir hatten gute Ansätze im Training in Ratzeburg, aber auf den Wettkampf konnten wir es nicht übertragen", sagte Leske, der ähnlich wie Gebel, viel in seinem Maschinenbau-Studium für die WM verschoben und zwischen den Einheiten für Klausuren gelernt und mit einem besseren Ausgang geliebäugelt hatte.

(ST/oli)
 
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