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Kreis Heinsberg/Aachen
Die größte Sorge heißt Fachkräftemangel

Kreis Heinsberg/Aachen: Die größte Sorge heißt Fachkräftemangel
Lagerlogistiker haben gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Fachkräfte sind in vielen Branchen gefragt. FOTO: Frank Rumpenhorst/dpa (Archiv)
Kreis Heinsberg/Aachen. Die Wirtschaft in der Region Aachen legt laut der Konjunkturumfrage der IHK noch eine Schippe drauf. 61 Prozent aller Firmen sehen im Fachkräftemangel das größte Konjunkturrisiko. Von Michael Heckers

Die sehr positive Wirtschaftslage im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen hat sich seit Herbst weiter verbessert. "Die Auftragsbücher sind voll und die Aussichten gut: Die Betriebe in der Region Aachen starten auf Hochtouren ins neue Jahr", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer.

An der aktuellen Konjunkturumfrage der Kammer haben sich rund 300 Unternehmen mit insgesamt fast 27.000 Beschäftigten beteiligt. Mehr als die Hälfte aller befragten Betriebe beurteilt die gegenwärtige Geschäftslage als gut, nur etwa jedes zehnte Unternehmen als schlecht. Dies sind die höchsten Lagebewertungen seit sechs Jahren. Entsprechend gut ist auch die Ertragslage der Betriebe im Kammerbezirk. Die positive Lage wirkt sich auch auf den Arbeitsmarkt aus: Aktuell liegt die Arbeitslosenquote im Kammerbezirk Aachen bei 6,5 Prozent - 0,2 Prozentpunkte niedriger als ein Jahr zuvor. In Nordrhein-Westfalen beträgt die Quote 7,0 Prozent, auf Bundesebene 5,3 Prozent.

Die Geschäftslage der Betriebe im Kreis Heinsberg bleibt positiv: 53 Prozent der Befragten bewerten ihre Lage als gut, zwölf Prozent bezeichnen sie als schlecht. Gute Geschäfte melden vor allem das Baugewerbe (Saldo: +60) und der Großhandel (Saldo: +72). Die Erwartungen sind dabei die höchsten in der Region Aachen: 39 Prozent rechnen mit besseren Geschäften, zwölf Prozent mit schlechteren. Hohe Erwartungen haben insbesondere die Großhändler (Saldo: +45) und die Industrie (Saldo: +19).

"Dem Boom-Jahr 2017 wird das nächste Hoch folgen", sagt Bayer. Drei von zehn Unternehmen rechnen der Umfrage zufolge mit einer Verbesserung der Geschäfte in den kommenden Monaten. Nur sechs Prozent erwarten einen Rückgang. Bayer: "Damit steigen die Erwartungen auf den höchsten Wert seit 2011 - und das, während der Konjunkturaufschwung ins achte Jahr geht."

Die größte Sorge der Unternehmen im Kreis Heinsberg und in der Region Aachen ist der Fachkräftemangel. Während die Unternehmen vermehrt investieren, um Kapazitäten zu erweitern, bremst der Mangel an qualifiziertem Personal die Betriebe zunehmend aus. Für sechs von zehn Unternehmen bildet der Fachkräftemangel das größte Konjunkturrisiko. Dies ist zum fünften Mal in Folge ein neuer Rekordwert. Ein Drittel aller Betriebe möchte in den kommenden Monaten Personal einstellen, jedes siebte Unternehmen geht hingegen von einem Rückgang aus.

Die politische Unsicherheit durch das Ergebnis der Bundestagswahl hat für die Unternehmer hingegen bislang keine Bedeutung. Von der geschäftsführenden Bundesregierung werden keine schwerwiegenden Veränderungen für die Wirtschaft erwartet.

Die positive Konjunktur zeigt sich vor allem in der Industrie. Die vorläufigen Monatszahlen des Verarbeitenden Gewerbes deuten darauf hin, dass 2017 ein neuer Rekordumsatz erreicht wurde. Die bereits sehr gute Situation im Dienstleistungssektor hat sich seit dem Herbst nochmals deutlich verbessert. Bei sechs von zehn Unternehmen haben sich die Geschäfte gut entwickelt, nur sechs Prozent der Betriebe sind unzufrieden. Dies ist die zweithöchste Lagebewertung des Dienstleistungssektors seit der Jahrtausendwende. Vier von zehn Unternehmen im Handel berichten aktuell von guten Geschäften, nur neun Prozent von schlechten. Im Großhandel bewertet die Hälfte aller Befragten die gegenwärtige Situation positiv; nur ein Prozent ist unzufrieden. Im Einzelhandel hat sich die Lagebeurteilung hingegen erneut verschlechtert, sie bleibt aber weiter im positiven Bereich. Die hervorragende Konjunktur im Baugewerbe setzt sich fort. Sieben von zehn Bauunternehmen sind mit der gegenwärtigen Situation zufrieden, kein Betrieb meldet schlechte Geschäfte. Die Exportnachfrage in der Industrie ist in den zurückliegenden Monaten nahezu unverändert hoch geblieben.

Die Mehrheit der Unternehmen in der Region erzielt weiterhin positive Erträge - und das inzwischen durchgehend seit fast fünf Jahren. Jeder dritte Betrieb meldet, dass die Erträge in den zurückliegenden Monaten gestiegen sind. Bei einem Viertel sind sie gesunken.

Quelle: RP
 
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